DO/BM: „Die Rechte“ organisiert Neonazi-Konzerte

Posted on 24. Oktober 2013 von


DORTMUND/KERPEN – Die Neonazi-Partei „Die Rechte“ (DR) veranstaltete Anfang der Woche zwei Konzertabende in Dortmund und Kerpen (Rhein-Erft-Kreis), bei denen Szene-Liedermacher auftraten. Das nächste Rechtsrock-Event ist für den 16. November bereits angekündigt.

„Landser“-Sänger Lunikoff bei „Die Rechte“

Am Dienstag trat in Dortmund der Rechtsrocker Michael Regener alias „Lunikoff“ auf, der als Sänger der Band „Landser“ bekannt wurde. „Landser“ zählte zu den beliebtesten Rechtsrock-Bands und war für ihre rassistischen und gewaltverherrlichenden Texte berüchtigt. Die Band wurde 2003 vom Berliner Kammergericht zur „kriminellen Vereinigung“ erklärt, ihre Mitglieder zu Geld- und Haftstrafen verurteilt. Nach Verbüßung seiner Haftzeit gründete Regener das Projekt „Die Lunikoff Verschwörung“. Bereits am Montag hatte der DR-Kreisverband Aachen zu einem „Balladenabend“ mit einem „regionalen Liedermachter“ sowie einem „prominenten Überraschungsgast“ geladen. Die Veranstaltung fand nach Angaben der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus“ in einem Schützenheim in Kerpen-Manheim statt. Dass es sich bei dem „Prominenten“ um Regener handelte, konnte noch nicht bestätigt werden. Laut Polizei nahmen 40 bis 50 BesucherInnen an dem Konzert in Kerpen teil. In Dortmund sollen es laut Angaben von DR 80 Teilnehmende gewesen sein.

Weiteres Rechtsrock-Konzert im November

Der DR-Kreisverband Dortmund bewirbt seit gestern ein weiteres Rechtsrock-Event. Am 16. November sollen bei einem als „Wahlkampfauftakt“ deklarierten Konzerts die Bands „Lunikoff Verschwörung“, „Sachsonia“ (Dresden), „Words of Anger“ (Holstein/Hamm) und „Klänge des Bluts“ (Brandenburg) spielen. Zugleich will die Neonazi-Szene den 60. Geburtstag von Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt feiern. Der langjährige Szene-Aktivist ist Vorsitzender des Dortmunder Kreisverbands und designierter „Spitzenkandidat“ für die Kommunalwahl 2014 (nrwrex berichtete). Das Konzert wird konspirativ organisiert, als Ort ist lediglich „Ruhrpott“ angegeben. Dafür findet sich auf dem Flyer der Hinweis, dass „Presse und Provokateure“ unerwünscht seien. Im Juli diesen Jahres hatte die Polizei ein von der Dortmunder Neonazi-Szene organisiertes Konzert in Herne aufgelöst, da der Verdacht bestand, dass es sich hierbei um eine Solidaritätsveranstaltung des verbotenen „Nationalen Widerstands Dortmund“ (NWDO) handelte. AktivistInnen des NWDO bildeten nach dem Verbot ihrer Kameradschaft den NRW-Landesverband von „Die Rechte“.

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