DO/HAM: „Die Rechte“ peilt 2014 Kommunalwahlteilnahme an

Posted on 11. September 2013 von


DORTMUND/HAMM – „Von der Südtribüne in den Stadtrat“: Mit diesem Slogan bewirbt der Dortmunder Kreisverband der „Die Rechte“ (DR) seit einigen Tagen eine angestrebte Kandidatur zur Kommunalwahl im Mai nächsten Jahres. Zum „Spitzenkandidaten“ hat sie ihren Kreisvorsitzenden Siegfried Borchardt gekürt. Auch in Hamm hat die DR eine Kommunalwahlteilnahme angekündigt.

Der langjährige Neonazi-Aktivist Siegfried Borchardt machte sich einst als Mitglied der Hooligan-Gruppe „Borussenfront“ einen Namen – einer innerhalb wie außerhalb des Westfalenstadions aktiven Schläger-Truppe mit offenen Nazi-Sympathien. Später fungierte „SS-Siggi“ als Landesvorsitzender der 1995 verbotenen „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP). Bis zur Gründung des Dortmunder DR-Kreisverbandes 2012 war er im Spektrum der  „Freien Kameradschaften“ aktiv, zunächst als Führungsfigur, zuletzt aber nur noch als politische Randfigur und aufgrund seines hohen Bekanntheitsgrades als eine Art „Maskottchen“.

Nordstadt-Version von Hulk Hogan

Auch aktuell präsentiert sich Borchardt auf einem von seiner Partei veröffentlichten Foto in seinem bekannten „Bürgerschreck“-Outfit. Tiefgebräunt, mit schwarzer Mütze, Sonnenbrille und blondiertem Bart wirkt er wie eine Dortmunder Nordstadt-Version des US-Wrestlers Hulk Hogan. Um Seriösität scheint es  der „Die Rechte“ in Dortmund auch nicht zu gehen. Gleichwohl peilt sie den Einzug in den Stadtrat an, um dort „radikale Oppositionspolitik“ zu betreiben, die ein weiteres „Standbein“ neben dem „Widerstand auf der Straße“ werden soll.

In Konkurrenz zur NPD

Nach eigenen Angaben hat „Die Rechte“ Dortmund auf einer Mitgliederversammlung Kandidaten für alle Dortmunder Wahlbezirke sowie eine zehnköpfige Reserveliste gewählt. Unter den Gewählten sollen sich auch „parteifreie Nationalisten“ und „konstruktive Mitglieder der NPD“ befinden, darunter angeblich „aktuelle Mandatsträger lokaler Gremien“. Mit seiner Kandidatur bleibt der nach dem Verbot des „Nationalen Widerstands Dortmund“ gegründete Kreisverband auf Konfrontationskurs mit der NPD. Die NPD ist mit zwei Sitzen im Stadrat vertreten, eine Kandidatur von „Die Rechte“ wird ihr Stimmen kosten. Das Verhältnis der beiden Neonazi-Parteien ist zudem dadurch getrübt, dass „Die Rechte“ seit Monaten Stimmung gegen den NPD-Kreisvorsitzenden Matthias Wächter macht, den sie als „Polizeizuträger“ und „Spitzel“ beschimpft.

Kandidatur auch in Hamm angekündigt

Auch im westfälischen Hamm will „Die Rechte“ 2014 zur Kommunalwahl antreten. Der lokale Kreisverband wird von vormaligen Mitgliedern der verbotenen „Kameradschaft Hamm“ geführt und will bereits die Hälfte der 29 Hammer Wahlbezirke mit KandidatInnen besetzt haben. 2009 konnte als einzige Rechtsaußen-Partei die in Hamm traditionell relativ starken „Republikaner“ einen Mandatsträger in den Rat entsenden. Ihr Ratsherr Gerald Thörner wechselte allerdings einige Jahre später zu „pro NRW“.

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