K: „Hooligans gegen Salafisten“ wollen durch das Kuniberts-Viertel demonstrieren

Posted on 23. Oktober 2014 von


KÖLN – Die für den  26. Oktober angekündigte Kundgebung der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) – nrwrex berichtete – ist vom Bahnhofsvorplatz auf den Breslauer Platz verlegt worden. „Nach Rücksprache mit der Polizei […] und aktuell mehr als 5.500 Zusagen auf Facebook“ sei „der ‚Bahnhofsvorplatz‘ definitiv zu klein“, begründen die HoGeSa auf ihrer „Facebook“-Seite diese Änderung. Die Verlegung ist nicht die einzige Planänderung: Der Breslauer Platz an der Rückseite des Kölner Hauptbahnhofs wird nur als Auftaktort für eine Demonstration dienen. Bei der Kölner Polizei wurde eine Route angemeldet, die durch das angrenzende Kuniberts-Viertel führt. Das Viertel liegt hinter dem Hauptbahnhof und ist durch Rhein, Nord-Süd-Fahrt und Ebertplatz eingegrenzt.

„Kategorie C“ veröffentlicht Song für HoGeSa

Die Veranstaltung findet auf „Facebook“ weiterhin regen Zuspruch. Mittlerweile haben über 6.500 Personen ihre Teilnahme „zugesagt“; zahlreiche User_innen aus ganz Deutschland suchen nach Mitfahrgelegenheiten. Auch die extrem rechte Hooligan-Band „Kategorie C“  hat das Thema aufgegriffen und ein Lied mit dem Titel „Hooligans gegen Salafisten“ veröffentlicht. Während die Organisatoren noch halbherzig versuchen, sich von Neonazis zu distanzieren, gibt sich „Kategorie C“ in dem Liedtext offen rassistisch: „Heute schächten sie Schafe und Rinder, morgen vielleicht schon Christenkinder“. Ihr Sänger Hannes Ostendorf, der aus der rechten Hooliganszene Bremens stammt, kündigt via „Facebook“ seine Teilnahme an.

Neonazis mobilisieren

Mehrere Kreisverbände der Neonazi-Partei „Die Rechte“ mobilisieren zur HoGeSa-Veranstaltung nach Köln. „Die Rechte“ Dortmund hofft auf die „größte Massendemonstration gegen Islamisierung“,  die es bislang gegeben habe.  Es heiße nun, „raus auf die Straße, es wird Zeit, den Worten auch Taten folgen zu lassen!“. Die NPD NRW teilt mit, dass „auch Aktivisten der NPD in NRW“ an der Kundgebung teilnehmen werden. Derweil fordern die Organisatoren des Treffens in einer Videobotschaft, dass die Veranstaltung „friedlich“ bleiben solle und die Teilnehmenden ausschließlich schwarz-rot-goldene Fahnen mitbringen dürften. Ein Ausschluss organisierter Neonazis wird nicht gefordert.

Die HoGeSa-Kundgebung wurde bei der Polizei vom Mönchengladbacher „pro NRW“-Stadtrat Dominik Roeseler angemeldet. Nach einem Orga-Treffen von HoGeSa am 12. Oktober war mitgeteilt worden, dass die für NRW zuständige „Regionalleitung West“ durch den „Regionalleiter“ Andreas „Kalle“ Kraul und Dominik Roeseler als dessen Stellvertreter gebildet werde. Auf Druck des „pro NRW“-Parteipräsidiums hatte sich Roeseler von dem Posten zurückgezogen, mischt aber weiterhin mit. Auf „Facebook“ teilte er mit: „Ich werde am Sonntag definitiv dabei sein. Ich darf nur keine offiziellen Funktionen übernehmen, da mir sonst ein Parteiausschlussverfahren droht.“ Einer heute veröffentlichten Pressemitteilung der „Antifaschistischen Koordination Köln und Umland [AKKU]“ zufolge liegt die Versammlungsleitung jetzt bei Kraul. Offenbar wird Roeseler aber immer noch als Demoanmelder geführt.

Antifaschistische Proteste angekündigt

Antifaschistische Gruppe rufen zu einer Gegenkundgebung auf der Domplatte auf. Das Bündnis wird vom „Verband der Studierenden aus Kurdistan“ (YXK) und der „Perspektive Kurdistan“ unterstützt.


Anmerkung: In der am 1. November 2014 erscheinenden Ausgabe #57 der LOTTA findet sich eine umfangreiche Analyse über die „Hooligans gegen Salafisten“.

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