E: HoGeSa-Leitung will Aufmarsch in Essen absagen (1 Update)

Posted on 12. Januar 2015 von


ESSEN – Fällt der Aufmarsch der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) am 18. Januar in Essen aus, weil die OrganisatorInnen auf eine Klage gegen das durch die Essener Polizeipräsidentin erlassene Versammlungsverbot verzichten? Darauf deutet jedenfalls ein Statement des HoGeSa-Regionalleiters Andreas „Kalle“ Kraul hin.

Unerfüllbare Auflagen“

Er befürchtet, „unerfüllbare Auflagen“ für die Veranstaltung seien nicht zu abzuwenden. „Eine Demo durchzuboxen, bei der wir nur eine Kundgebung halten können, wie in Hannover, mit etlichen Auflagen, die zu unserem Nachteil ausgelegt werden und uns Anwaltskosten von etwa 2500 € beschert, ist gegenwärtig nicht zu stemmen“, so der Hooligan, der in Herne ein Tattoostudio betreibt. Man werde deshalb die Demonstration „’offiziell‘ zurückziehen.“ Kraul kündigt zudem an, noch vor dem Frühjahr „etwas starten“ wollen. Genauere Informationen will er aber nicht veröffentlichen, weil sich die HoGeSa-Organisationsleitung von der Polizei überwacht fühlt.

Sollte es bei der Absage des Aufmarsches am 18. Januar bleiben, so könnten dennoch einzelne Gruppen von rechten Hooligans und Neonazis nach Essen anreisen, um die Konfrontation mit Teilnehmenden der angekündigten Protestaktionen gegen Rechts zu suchen. Im Anschluss an die letzte HoGeSa-Kundgebung in Hannover war es  zu Schlägereien zwischen rechten Hooligans und AntifaschistInnen gekommen. (nrwrex berichtete)

Spaltung der HoGeSa

Mittlerweile hat sich die HoGeSa-Organisationsleitung aufgrund interner Streitigkeiten gespalten. Das nordrhein-westfälische HoGeSa-Lager um Kraul wirkt nun relativ isoliert, da sich am 3. Januar in Fulda der Verein „Gemeinsam-Stark Deutschland e.V.“ gründete, dessen Vorstand aus führenden HoGeSa-AktivistInnen aus Nord- und Süddeutschland besteht. Die Gruppe kündigt zwei Aufmärsche für den 8. Februar in Ludwigshafen und für den 15. März in Erfurt an. Der 8. Februar sei als „historisches Datum“ gewählt worden, weil sich vor einem Jahr„in Mönchengladbach erstmals Hools, Ultras und Fussballfans zusammengetan [haben], um gegen den damaligen Auftritt der islamischen Hassprediger Pierre Vogel und Sven Lau zu demonstrieren.“ Damals griffen die rechten Hooligans die Polizei und die Salafisten an. (nrwrex berichtete)

Update 12. Januar, 14.00 Uhr

Die WAZ Essen bestätigt, dass die HoGeSa ihre Anmeldung bei der Polizei zurückgezogen haben. Die Anmelderin erklärte der Polizei, keine Rechtsmittel gegen das Verbot der Demonstration einlegen zu wollen.

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