MG: Ausschreitungen rechter Fußballfans und GDL-Sympathisanten

Posted on 9. Februar 2014 von


MÖNCHENGLADBACH – Anlässlich einer Kundgebung des Islamisten Pierre „Abu Hamsa“ Vogel ist es am Samstag in Mönchengladbach zu Ausschreitungen rechter Fußballfans und der German Defence League (GDL) gekommen. „Pro NRW“ hielt abseits davon eine eigene Kundgebung ab, und NPD-Sympathisanten verteilten Flyer. Ein Bürgerbündnis protestierte friedlich gegen SalafistInnen und Rassismus. Auch „DIE PARTEI“ trat mit einer Kundgebung an die Öffentlichkeit.

Angriff von Hooligans und GDL

An Pierre Vogels Kundgebung nahmen bis zu 200 Personen teil, darunter auch der Konvertit Sven Lau, der die Veranstaltung moderierte. Bürgerliche DemonstrantInnen aus der Zivilgesellschaft, aber auch Hooligans und Jugendliche mit Fahnen der „German Defence League“ sammelten sich zeitgleich in einigen Metern Entfernung zur Kundgebung. Zur Eskalation kam es, als sich eine 150 Personen starke Gruppe von Hooligans und GDL-SympathisantInnen aus der Veranstaltung löste, Polizeiketten durchschritt und sich auf die Kundgebung der SalafistInnen zubewegte. Dabei warfen die Rechten Flaschen, Dosen, Böller und eine bengalische Fackel in Richtung auf die SalafistInnen und die eingreifenden PolizistInnen. Zugleich erschallten Schlachtrufe: „Deutschland! Deutschland!“ und „Wir wollen keine Salafistenschweine!“ Die Polizei hatte Mühe, den Mob zurückzudrängen. Verletzte gab es laut Polizei jedoch nicht. Dafür wurden die AngreiferInnen von der Polizei festgesetzt, ein Betretungsverbot für den Veranstaltungsort der SalafistInnen ausgesprochen und Platzverweise erteilt. Friedlich demonstrierten die AnhängerInnen eines Bürgerbündnisses alleine weiter gegen SalafistInnen und gegen Rechts. Doch für Gesprächsstoff innerhalb des bürgerlichen Lagers dürfte nicht nur sorgen, dass man zeitweise gemeinsam mit Rechten demonstrierte. Zu diesem Zeitpunkt bedrängten und schlugen Hooligans JournalistInnen, die das Geschehen dokumentierten. PunkerInnen wurden von ihnen verbal bedroht. Einige Hooligans trugen zudem „Ordner“-Binden.

Diesmal Randnotizen: Pro NRW und NPD

Außer Sicht- und Hörweite von SalafistInnen, Bürgerbündnis, Hooligans und GDL versammelten sich bis zu 30 „Pro NRW“-AnhängerInnen zu einer eigenen Kundgebung. Reden hielten unter anderem Detlev Schwarz, Christoph von Mengersen, Sebastian Nobile und Dominik Roeseler. Letzterer nahm in seiner Rede Bezug auf öffentlich betende Muslime und die dabei entstehende Geräuschkulisse. Diese erinnere ihn an „Affengebrüll“. Hier kam es zu keinen Zwischenfällen. Vier NPD-Sympathisanten verteilten vor Beginn aller Kundgebungen Flyer. Zwei von ihnen versuchten vor dem Angriff der Hooligans ebenfalls zu den SalafistInnen durchzukommen. Dabei kam es zu einem kleinen Gerangel mit PolizistInnen. Ihre Personalien wurden aufgenommen. Die vier Personen verließen den Bereich des Demonstrationsgeschehens noch vor den Ausschreitungen.

Pointierte Kritik

Gewohnt sachorientiert und spitzfindig äußerten sich nur die 25 TeilnehmerInnen einer Kundgebung des Satireprojekts „DIE PARTEI“: „Wir fordern Sekt und Kaviar statt Maria und Scharia!“. Auch drängende Fragen wurden hier thematisiert: „Muss moderner Terrorismus mehr auf den Klimaschutz eingehen?“ oder: „Burkapflicht für Nazis, fauler Kompromiss oder Beitrag zum interkulturellen Verständnis?“ (mb)

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