K: „Villain051“ und „Wut aus Liebe“ auf HoGeSa-Kundgebung

Posted on 30. Oktober 2014 von


KÖLN – Während sich am Sonntag (extrem) rechte Hooligans und Neonazis im Kölner Kunibertsviertel Auseinandersetzungen mit der Polizei lieferten (nrwrex berichtete), bereiteten sich auf dem Breslauer Platz zwei MusikerInnen aus der Neonazi-Szene auf ihren Auftritt vor. Der Berliner Neonazi-Rapper „Villain051“ und die Sängerin der ostdeutschen RechtsRock-Band „Wut aus Liebe“ traten im offiziellen Programm der Kundgebung von „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) auf. Sie spielten auf derselben Bühne, auf der zum Auftakt bereits die RechtsRocker von „Kategorie C“ standen. Beide MusikerInnen sind tief in der Neonazi-Szene verwurzelt, ihr Auftritt ist ein weiterer Beleg für die extrem rechte Ausrichtung der Veranstaltung. Eine ähnlich große Aufmerksamkeit wie KC wurde ihnen aber aufgrund der immer wieder aufflammenden Auseinandersetzungen nicht zuteil.

Wut aus Liebe und Villian 051 in Köln am 26.10.2014

Karin von „Wut aus Liebe“ und Patrick Killat alias „Villain051“ am 26.10.2014 in Köln. Foto (copyright): CM

Nazi-Rap: „Villain051“

Patrick Killat alias „Villain051“ wurde vor allem durch ein im Januar 2014 veröffentlichtes Video zum Song „Für unsere Kinder“ bekannt, das vor der Eingangstür des Flüchtlingsheims in Berlin-Hellersdorf aufgenommen wurde. Im letzten Jahr fanden massive rassistisch motivierte Proteste unter Beteiligung Berliner Neonazis gegen AsylbewerberInnen in Hellersdorf statt. „Wir gehen auf die Straße, um dieses System zu stürzen. Für unser deutsches Land ziehen wir in den Kampf. Ihr erwartet Dank, hier ziehen treue Deutsche die Waffen“, heißt es in dem Lied. Dann rappt „Villain051″ in antisemitischer Diktion, die „Brüder dieser Welt“ mögen sich vereinigen, damit „Zion fällt“, das „nur euer Gold“ wolle. Auf dem Video sind nach Angaben von „Berlin Rechtsaußen“ im Hintergrund Neonazis der „Freien Kräfte der Barnimer Freundschaft“ (Brandenburg) zu sehen.

„Wut aus Liebe“

Am Sonntag wurde „Villain051“ von der Sängerin der Band „Wut aus Liebe“ an der Gitarre begleitet. Deren gleichnamige beim NSHC-Label „OPOS Records“ veröffentliche Debüt-CD wurde in der Szene wohlwollend besprochen. Der „Germania-Versand“ schreibt über die Band: „Dahinter steckt Karin, welche vor einigen Jahren schon mal auf einem ‚Balladen des nationalen Widerstandes‘ Sampler vertreten war. Mit Baron, von der Lunikoff Verschwörung, an der Gitarre und dem Schlagzeuger von Überzeugungstäter, hat sie sich zwei erstklassige Musiker mit ins Boot geholt.“ In einem auf „Youtube“ veröffentlichen Videoclip der Band sieht man die Sängerin in Kreisen einer Neonazi-Kameradschaft beim Verteilen von Propagandamaterial, auf einer Demonstration und beim Übermalen antifaschistischer Parolen. Das ganze wirkt wie ein Werbevideo mit der Aufforderung an die neonazistische Szene und ihr Umfeld, aktiv zu werden. „Ob Worte oder Hiebe – wir haben stets gute Argumente“, heißt es in dem Song.

„Gruß und Dank an Kalle“

Im Nachgang der HoGeSa-Demonstration bedankte sich „Wut aus Liebe“ dann bei den Organisatoren: „Gruß und Dank an Kalle, Gruß an klasse Hools und die janz lieben Leute.“ Mit „Kalle“ dürfte Andreas „Kalle“ Kraul, Regionalleiter West von HoGeSa gemeint sein, dessen Sympathien für „Villain051″ bekannt sind (nrwrex berichtete). Kraul indes ist empört, dass er in einigen Medien als „Neonazi“ bezeichnet würde: „Ich weiß nicht wie man darauf kommt oder wer mich hier so darstellen will, aber ich bin mittlerweile echt verdammt angefressen. (…) Wenn ich ein rechtsextremer Nazi währe, würde ich es hier nicht verschweigen.“

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