K: AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ auf Rechtsaußenkurs

Posted on 17. März 2014 von


KÖLN – Die AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ in NRW kündigt eine Vortragsveranstaltung mit Nigel Farage, dem Vorsitzenden der rechtslastigen britischen „United Kingdom Independence Party“ (UKIP), an. Farage soll, wie der Vorsitzende der „Jungen Alternative“ NRW, Sven Tritschler, mitteilt, am Abend des 27. März im Kölner „Maritim Hotel“ sprechen.

Dies wäre der erste offizielle Auftritt eines UKIP-Vertreters bei der AfD. Der Auftritt von Nigel Farage wäre insofern bemerkenswert, als AfD-Chef Bernd Lucke und der Parteiflügel um ihn herum bislang strikt darauf bedacht sind, öffentlich erkennbare Rechtsaußen-Kontakte zu vermeiden. In der AfD gibt es seit geraumer Zeit Bestrebungen, mit Blick auf die Europawahl Kontakte zu möglichen Bündnispartnern auf europäischer Ebene aufzubauen. Der ultrarechte Parteiflügel hat dabei mehrfach versucht, mit der UKIP oder auch mit der FPÖ-Abspaltung BZÖ zu kooperieren, konnte sich aber nicht gegen den Parteichef durchsetzen. So trafen der damalige stellvertretende Sprecher der AfD NRW, Martin Renner, und das damalige Vorstandsmitglied der AfD Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Wandschneider, im November 2013 mit UKIP-Chef Farage zusammen, um über eine künftige Zusammenarbeit zu verhandeln. Beide sind mittlerweile aus ihren Vorstandsämtern ausgeschieden; dasselbe trifft auf diejenigen AfD-Funktionäre zu, die offiziell Kontakte zum BZÖ aufgenommen hatten.

Rechtsaußen-Kontakte der JA

Die „Junge Alternative“ NRW, die als Veranstalterin des Farage-Vortrages auftritt, ist bereits mehrfach durch Rechtsaußen-Kontakte aufgefallen. Ihr Vorsitzender Sven Tritschler war eine Zeitlang Bundesvorsitzender des „Stresemann-Clubs“, einer nationalliberalen Fraktion innerhalb der FDP. Carlo Clemens, Vorstandsmitglied im Kölner Bezirksverband der „Jungen Alternative“, macht sich bereits seit Jahren als Autor in Rechtsaußen-Publikationen einen Namen (NRW rechtsaußen berichtete). Alexander Jungbluth, stellvertretender Vorsitzender der „Jungen Alternative“ NRW, war bei der „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ aktiv, einer Studentenverbindung, die in den vergangenen Jahren immer wieder Schlagzeilen wegen ihrer Verflechtungen mit der extremen Rechten öffentlich Aufmerksamkeit erregte (NRW rechtsaußen berichtete). Bei der AfD sind inzwischen mit Jungbluth, Joachim Paul und Ralf Spitzl mindestens drei „Alte Herren“ der Bonner „Raczeks“ aktiv. Paul ist Landesschriftführer der AfD in Rheinland-Pfalz, Spitzl Vorstandsmitglied des AfD-Kreisverbandes Rhein-Sieg.  Von weiteren personellen Schnittmengen ist auszugehen.

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