LEV: Roeseler wird wegen HoGeSa-Demonstration von „pro NRW“ nur verwarnt

Posted on 5. November 2014 von


LEVERKUSEN – Die selbsternannte „Bürgerbewegung pro NRW“ hat ihren stellvertretenden  Parteivorsitzenden und Mönchengladbacher Ratsherrn Dominik Roeseler für sein Mitwirken an der Demonstration der „Hooligans gegen Salafisten“ (nrwrex berichtete) lediglich verwarnt. Auf einer am Sonntag abgehaltenen außerordentlichen Vorstandstagung sei ihm eine „scharfe Rüge“ erteilt worden, so „pro NRW“. Die Anmeldung der HoGeSa-Demonstration am 26. Oktober sei „grob parteischädigend“ gewesen. Ein Parteiausschluss droht Roeseler aber erst im Wiederholungsfall. Er fungiert weiterhin als stellvertretender Vorsitzender.

Die x-te Distanzierung von „Extremismus“

Roeseler musste sich zudem von „jeglicher Form der Gewalt oder Extremismus“ distanzieren. Zitiert wird er von „pro NRW“ mit den Worten: „Desweiteren werde ich zukünftig an keinen Kundgebungen der HoGeSa mehr teilnehmen.“ Zudem beschloss „pro NRW“ nach eigenen Angaben auf Antrag des stellvertretenden Vorsitzenden Kevin Hauer, dass zukünftig „überparteiliche Veranstaltungen nur nach vorheriger Genehmigung des Parteipräsidiums“ angemeldet oder organisiert werden dürfen. „Pro NRW“-Chef Markus Beisicht zeigte sich mit den Ergebnissen der Sitzung zufrieden und verkündete, wie bei jedem vorherigen Skandal um Neonazi-Kontakte seine FunktionärInnen auch, dass seine Partei einen „klaren Kurs“ halte und sich „gegen jede Form des Extremismus und Gewalt“ ausspreche. An der Basis hingegen stößt die Abmahnung von Roeseler bei vielen auf Unverständnis. Zuspruch bekommt der Mönchengladbacher auch vom stellvertretenden Parteivorsitzenden Jörg Uckermann, der ebenfalls an der HoGeSa-Demonstration in Köln teilnahm. Uckermann auf „Facebook“: „Demorecht ist Menschenrecht! Solidarität mit Dominik Roeseler! Abstrafung und Ausschluß widersprechen jeglichem Gerechtigkeitsgefühl! Wir haben Dominik zu danken, für ‚Das Wunder Von Köln!‘ Do it again!“

Nächster HoGeSa-Aufmarsch in Hannover?

Die „Hooligans gegen Salafisten“ mobilisieren nun für den 15. November zu einem Aufmarsch nach Hannover. Zuvor war eine Anmeldung für Hamburg zurückgezogen worden. Medienberichten  zufolge soll die Versammlung ein Mann aus Nordrhein-Westfalen bei der Polizei angemeldet haben. Als Versammlungsleiter sei ein bislang polizeilich nicht in Erscheinung getretener Mann aus Niedersachen benannt worden. Eine für den kommenden Samstag in Dortmund bei der Polizei angemeldete Demonstration ist hingegen ein Fake. Unbekannte hatten, so die „Recklinghäuser Zeitung“, die Anmeldung im Namen eines Fanbetreuers des BVB per E-Mail eingereicht, um diesen zu diffamieren. Bereits im Februar 2013 war der Fanbetreuer während eines Spiels im ukrainischen Donezk von neonazistischen BVB-Fans angegriffen worden.

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