SI: Grauzone-Konzert vor Flüchtlingswohnheim in Burbach?

Posted on 4. November 2014 von


BURBACH (KREIS SIEGEN-WITTGENSTEIN) – Über die angekündigten Auftritte von“Frei.Wild“ und anderen Grauzone-Bands beim für den 3. bis 6. September 2015 auf dem Gelände der ehemaligen Siegerlandkaserne in Burbach geplanten „Feuer & Eis“-Festival berichten aktuell das WAZ-Internetportal „Der Westen“ sowie der WDR. Auf demselben Gelände seien derzeitig 700 Flüchtlinge untergebracht. Die Flüchtlingsunterkunft steht seit Wochen in den Schlagzeilen, weil BewohnerInnen vom „Sicherheits“-Personal u.a. gedemütigt und geschlagen wurden.

Offenbar erst jetzt regt sich Kritik am laut Veranstalter („WIEVENT Veranstaltungsservice“) bereits seit dem „Spätsommer“ geplanten und mit dem „Eigentümer des Gewerbeparks Siegerland“ vertraglich vereinbarten Event. „Der Eigentümer des Geländes, die Gewerbepark Siegerland GmbH, distanzierte sich am Montag von diesem Vertragsabschluss“, so die WAZ, und habe „vorsorglich formal gekündigt“. Und auch „Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers“ sei es „bei dem Gedanken an ein solches Festival unwohl“.  Nicht zu Unrecht wird befürchtet, dass ein Teil der FestivalbesucherInnen der rechten bis extrem rechten Szene angehören könnte, was dem Ruf der  15.000-EinwohnerInnen-Gemeinde noch weiter schaden könnte.

Wießners Logik

Sascha Wießner, Geschäftsführer der Veranstalterfirma, sieht das erwartungsgemäß anders. Man habe „mit der Durchführung eines solchen Festivals“ zeigen wollen, „dass es sehr wohl möglich ist, friedliche Deutschrockfans aller Altersklassen neben einem nahegelegenen Flüchtlingheim feiern zu lassen und wollten damit ein deutliches Zeichen gegen die Rasissmusvorwürfe setzen„. Es geht also darum, gegen „Rasissmusvorwürfe“ (sic!) zu Felde zu ziehen – und nicht etwa gegen Rassismus. Der extremen Rechten habe man von Beginn an eine Absage erteilt: Man spreche sich gegen „das Tragen von Kleidung des Labels ‚Thor Steinar'“ auf dem Festival aus. Begründung: Man wolle „keine politisch verwirrten Besucher auf unserer Veranstaltung“, habe „keinen Bock auf politische Diskussionen“ und stehe „weder auf der linken, noch auf der rechten Seite“ . Wießner weiß auch in der Disziplin „Logik“ zu beindrucken: „Ebenfalls wurde uns aufgrund unserer Internetseite, auf der wir uns eindeutig gegen das Tragen der bei politisch rechts orientierten Personen sehr beliebten Kleidungsmarke ‚Thor Steinar‘ u.ä. aussprechen vorgeworfen, wir würden bei solch einer Mitteilung ja schon im Vorfeld mit Besuchern dieser Sparte rechnen. Das ist komplett falsch interpretiert und entsprich mit keiner Silbe der Wahrheit! Wir wollen lediglich mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bereits im Vorfeld dafür sorgen, dass Besucher mit solchen Gesinnungen erst gar nicht nach Burbach anreisen.“