DO: Landesparteitag von „Die Rechte“ bestätigt Vorstand

Posted on 20. Oktober 2014 von


DORTMUND – Nach eigenen Angaben hat die Neonazi-Partei „Die Rechte“ am 11. Oktober in Dortmund ihren Landesparteitag abgehalten und dabei den Landesvorsitzenden Dennis Giemsch (KV Dortmund) sowie dessen Stellvertreter Michael Brück (KV Dortmund) und den Beisitzer Sascha Krolzig (KV Hamm) im Amt bestätigt. Die Namen eines weiteren Beisitzers, des Schiedsgerichtsvorsitzenden sowie des Kassenprüfers wurden nicht genannt.

Hammer und Dortmunder Neonazis im Vorstand

In offiziellen Unterlagen des Bundeswahlleiters war bislang Dietrich Surmann (KV Dortmund) als Beisitzer im NRW-Landesvorstand aufgeführt. In Veröffentlichungen von „Die Rechte“ wird sein Name stets zurückgehalten. Ein Blick auf die namentlich bekannten Vorstandsmitglieder zeigt, dass „Die Rechte“ in NRW weiterhin fest in den Händen der ehemaligen Führungsaktivisten des verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“ und der verbotenen „Kameradschaft Hamm“ ist. In ihrem Bericht zur Vorstandswahl macht „Die Rechte“ noch einmal deutlich, dass sie sich selbst nicht als Partei im klassischen Sinne versteht, sondern sie lediglich ein Sammelbecken verbotener oder aufgelöster Kameradschaften darstellt. Der Landesvorstand sei „in erster Linie eine Verwaltungseinheit“, die Kreisverbände hingegen genössen „vollständige Autonomie und sind sowohl für ihre inhaltliche, als auch ihre aktionistische Ausrichtung, selbst verantwortlich“. Die größten und tonangebenden Kreisverbände sind weiterhin diejenigen aus Dortmund und Hamm, hier sitzt die Partei auch mit je einem Vertreter im Stadtrat. Die Ausdehnung in die Fläche geht hingegen nur mäßig voran. Zwar hatte sich im Frühjahr auch ein Kreisverband Oberberg gegründet, dafür verzeichnen aber der Kreisverband Soest und der Bezirksverband Münsterland keinerlei Aktivitäten mehr. Und auch der noch existierende Kreisverband Mülheim/Kreis Wesel hat eigentlich nichts zu bieten.

SS-Lied und Liederabend mit dem „Landser“-Sänger

Nach Eigenangaben endete der Parteitag mit dem gemeinsamen Singen des Liedes „Wenn alle untreu werden“. Was „Die Rechte“ verschweigt: Das 1814 geschriebene Lied wurde während der Zeit des Nationalsozialismus von der SS als „Treuelied“ verwendet. Es zählte zu den wichtigsten Liedern der Organisation. Wenige Tage nach dem Landesparteitag organisierte der Dortmunder Kreisverband der „Die Rechte“ einen Liedermacher mit dem Sänger der  aufgelösten Rechtsrock-Band „Landser“, die 2003 von dem Berliner Kammergericht als „kriminelle Vereinigung“ eingestuft wurde. Ihr Sänger Michael Regener tritt unter dem Namen „Lunikoff“ auf. Der Konzert wurde konspirativ durchgeführt.

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