NRW: Rechtsaußenparteien-Personalsplitter

Posted on 17. September 2014 von


KÖLN/OBERHAUSEN/DÜSSELDORF/WUPPERTAL/RHEINISCH-BERGISCHER KREIS/DUISBURG/BOCHUM – Nicht jede Neuwahl von Vorständen extrem rechter Parteien erfordert zwingend eine einzelne zeitnahe Meldung, und häufig fehlt hierfür auch einfach die Zeit. Darum im Folgenden eine Auflistung der bekannten Ergebnisse von Vorstandswahlen der extrem rechten Parteien NPD, „pro NRW“/“pro Köln“ und „Die Republikaner“ seit Juli 2014 – ein Anspruch auf Vollständigkeit wird hierbei natürlich nicht erhoben.

NPD Köln

Anfang Juli wählte die NPD Köln einen neuen Kreisvorstand. Den Posten des ersten Vorsitzenden übernahm Bruno Kirchner, der einst dem NPD-Landesvorstand angehörte und zeitweise Mitglied der Bezirksvertretung Köln-Kalk war. Zweite Vorsitzende blieb Gaby Steinbach-Mühlenbrock. Namentlich nicht benannt wurden „mehrere Beisitzer, die weitere wichtige Aufgaben […] übernehmen werden“. Das „primäre Ziel“ der „flexiblen, zuverlässigen, vielseitigen jungen Mannschaft“ soll die Erhöhung der Mitgliederzahl sein.

NPD Oberhausen

Zum „25. Mal in Folge“ als Kreisvorsitzender der NPD Oberhausen gewählt wurde im Juli Wolfgang Duda. „Unbeirrtes und beharrliches Arbeiten im Sinne der selbstgestellten Aufgabe“ würden „den Sproß einer Bergmannsfamilie“ auszeichnen, so die NPD. Hochrangige Persönlichkeiten des öffentlichen nationaldemokratischen Daseins aus Bochum, Unna und dem Rhein-Sieg-Kreis eilten nach Oberhausen, um Glückwünsche und nicht näher bekannte Geschenke zu überreichen.

„Die Republikaner“-Bundesvorstand mit NRW-Beteiligung

Auf ihrem Bundesparteitag am 16. August wählten „Die Republikaner“ einen neuen Bundesvorstand. Der langjährige Parteivorsitzende Rolf Schlierer (BaWü) trat nicht erneut an, er wurde durch seinem langjährigen Stellvertreter Johann Gärtner (Bayern) ersetzt. Aus NRW wurden der Düsseldorfer Andrè Maniera, Vorsitzender des REP-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden und der Wuppertaler Thomas Kik zum Bundesschriftführer gewählt.

„Pro NRW“ Rheinisch-Bergischer Kreis

Ende August wählte der „pro NRW“-Kreisvorstand Rheinisch-Bergischer Kreis in Bergisch Gladbach einen neuen Vorstand. Die bei den Kommunalwahlen in Bergisch Gladbach gescheiterte „pro NRW“-Spitzenkandidatin Katja Karakus löste Christoph Heger als Kreisvorsitzende/n ab. Ebenfalls aus Bergisch Gladbach kommt ihr Stellvertreter Josef Engels. Schriftführerin sei nun, so „pro NRW“, „eine 37jährige Fachkraft für Sicherheit“ – die offenbar nicht namentlich genannt werden möchte.

„Pro NRW“ Duisburg

Anfang September stand beim Duisburger „pro NRW“-Kreisverband eine „Nachwahl“ an. Der nie öffentlich in Erscheinung getretene „bisherige Vorsitzende Daniel Braams“ (nrwrex berichtete), dem nun für nicht bekannte Verdienste gedankt wurde, sei zurückgetreten. Zu seinem Nachfolger wurde erwartungsgemäß der ehemalige „pro Deutschland“-Funktionär Mario Malonn, aktuell Mitglied des Duisburger Stadtrates, gewählt.

NPD „Bochum&Wattenscheid“ und NPD-Landesverband

Ebenfalls Anfang September wählten die Mitglieder des NPD-Kreisverbandes „Bochum&Wattenscheid“ einen neuen Vorstand. Kreisvorsitzender bleibt Claus Cremer. Weitere Vorstandsmitglieder sind Dennis Blömer (Stellvertreter) sowie „die Aktivisten Angelina Schulze, Hajo Krohn und R.M.“. Zur Wiederwahl stellen wird sich Claus Cremer auch auf dem NPD-Landesparteitag am 28. September: als Landesvorsitzender.

“Pro Köln”

Ende Mai hatte der “pro Köln”-Vorstand nach dem Wahldebakel bei den Kommunalwahlen “geschlossen seinen Rücktritt eingereicht”, nrwrex berichtete. Am 6. September wurde nun neu gewählt. Der „Nippeser Bezirksvertreter Michael Gabel“ habe sich „in einer Kampfabstimmung gegen den Kalker Bezirksvertreter Tony-Xaver Fiedler und den Ehrenfelder Seniorenvertreter Walter Staudenherz durchsetzen“ können, heißt es in einem „pro Köln“-Bericht. Fiedler, Mitglied des geschäftsführenden „pro NRW“-Vorstands und Aktivist der „Identitären Rheinland“, musste mit dem Stellvertreterposten vorlieb nehmen, Staudenherz zog sich komplett zurück. Als weitere Vorstandsmitglieder gab „pro Köln“ Christel Tank als Schriftführerin, Karl Schiele als Schatzmeister sowie Doris Rost und Jana Schiele als BeisitzerInnen bekannt. Allerdings soll die Amtszeit des neuen Vorstands dieses Mal nur ein Jahr dauern, „denn alle PRO-KÖLN-Beteiligten an dem immer noch laufenden Prozess wegen angeblich zu Unrecht erhaltener Sitzungsgelder“ würden „bis zur gerichtlichen Klärung in dieser Frage freiwillig auf eine erneute Vorstandskandidatur“ verzichten. So ganz verzichten wollten einige aber offenbar doch nicht. Bei der konstituierenden Sitzung des neuen Vorstands am 12. September wurden einem „pro Köln“-Bericht zufolge „auch alle kommunalen Mandatsträger der Bürgerbewegung mit beratender Stimme in den Vorstand aufgenommen. Die Ratsmitglieder Judith Wolter und Markus Wiener sowie die Porzer Bezirksvertreterin Regina Wilden […]“. Dass nach wie vor im Hintergrund der „pro NRW“-Partei- und ehemalige „pro Köln“-Vorsitzende Markus Beisicht das Sagen hat, daran zweifelt ohnehin niemand.

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