D/DO – „Zwischentag“ weicht nach Dortmund (und Bonn) aus (4 Updates)

Posted on 5. September 2014 von


DÜSSELDORF/DORTMUND – Der für den morgigen 6. September von der Intellektuellen Rechten in Düsseldorf geplante Messekongress „Zwischentag“ (nrwrex berichtete) wurde offenbar nach Dortmund verlegt. So ist es zumindest seit längerem aus dem Kreis der „Aussteller“ und TeilnehmerInnen hinter vorgehaltener Hand zu vernehmen.

Bereits im Juli hatte ein Düsseldorfer Tagungshotel seine Zusage für Räumlichkeiten für etwa 300 Personen zurückgezogen, die Lokalpresse berichtete ausführlich, sämtliche Düsseldorfer Stadtratsfraktionen begrüßten den Rauswurf. Seitdem sind die „Zwischentag“-Macher um Felix Menzel auf der Suche nach neuen Räumen – und erlitten dabei offenbar weitere Niederlagen in Form von Absagen und Rauswürfen.

Standortwechsel und „Schnitzeljagden“

Da die Lage in Düsseldorf aufgrund der Öffentlichkeits- und Informationsarbeit antifaschistischer Gruppen aussichtslos erschien, wurde jetzt ein Standortwechsel vollzogen, es soll offenbar 10 Kilometer südlich des Dortmunder Hauptbahnhofes in den Stadtteil Wellinghofen gehen, ohne direkte S-Bahn-Anbindung. Ziel soll ein Museum sein, das auch Tagungsräume vermietet.

Sollte sich dieses Vorhaben bewahrheiten, wäre von dem ursprünglichen Plan, den „Zwischentag“ in einem noblen Tagungshotel in Fußnähe zum Düsseldorfer Hauptbahnhof durchzuführen und langfristige Planungssicherheit für die TeilnehmerInnen herzustellen, nichts geblieben. Die Planung der Veranstaltung erinnert an die von neonazistischen RechtsRock-Konzerten bekannten, im rechtsintellektuellen Milieu aber unüblichen „Schnitzeljagden“ zum Ort des Geschehens, zum Leidwesen des sich großteils als „rechtskonservativ“ verstehenden akademischen TeilnehmerInnenkreises. Seriös geht anders.

Auch Teile der AfD sind mit dabei

Den Weg von Düsseldorf nach Dortmund auf sich nehmen muss jetzt auch der stets auskunftsfreudige Düsseldorfer AfD-Recht(s)ausleger Alexander Heumann. Zuvor hatte er öffentlich „alle AfD-Mitglieder aus NRW“ dazu eingeladen, auf dem „Zwischentag“ die „Nordrhein-Westfälische Patriotische Plattform“ zu gründen. Der „blick nach rechts“ berichtete.

Anmerkung:

Stand dieses Beitrags ist der 5. September 2014, 12.00 Uhr. Aktualisierungen folgen

Update 1 vom 5. September 2014, 13.15 Uhr:

Beim Veranstaltungsort handelt es sich um das Automobil-Museum Dortmund, betrieben von der Familie Edler von Graeve. Aktuell ist noch keine Stellungnahme der Museumsleitung bekannt.

Update 2 vom 5. September 2014, 13.35 Uhr:

Die „Ruhrbarone“ schreiben:

„Update:

Wir haben mit dem Restaurant im “Olidiemuseum” in Wellinghofen telefoniert. Dort sollte morgen eine “Büchermesse” stattfinden. Wir und andere Kollegen haben mit den Leuten vom Restaurant über die Hintergründe der “Büchermesse” gesprochen. Uns wurde nun gesagt, dass man sich mit der Polizei in Verbindung setzen möchte, und versucht die rechte Veranstaltung noch abzusagen.“

Update 3 vom 5. September 2014, 15.40 Uhr:

Das Dortmunder Automobil-Museum hat auf Nachfrage bestätigt, den „Zwischentag“ vor die Tür setzen zu wollen. Und dieses offenbar bereits getan.  Nachdem der „Zwischentag“ noch vor einer Stunde meldete, dass „der geplante Veranstaltungsort weiterhin“ stehe, wurde vor 30 Minuten mitgeteilt, dass der Veranstaltungsort „DEFINITIV“ das Haus der extrem rechten „Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ sei: „Einlaß ist ab 10:30 Uhr“. Sollte das stimmen und kein Fake sein, darf man gespannt sein, wie es Menzel und Co. schaffen wollen, bis zu 300 Menschen in ein Haus zu bekommen, dessen größter Raum maximal 40 Personen fasst. Aber vielleicht haben sich zwischenzeitlich bereits viele der angemeldeten Personen mit Grauen vom „Zwischentag 2014“ abgewendet.

Update 4 vom 5. September 2014, 16.55 Uhr:

Der Rauswurf des „Zwischentags“ aus dem Dortmunder Automobil-Museum und der Umzug nach Bonn wurden zwischenzeitlich bestätigt. Die „Ruhrbarone“ und das Bündnis „BlockaDO“ fassen das Ergebnis hier zusammen.

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