DU: Nur 100 TeilnehmerInnen bei NPD-Aufmarsch am 1. Mai

Posted on 3. Mai 2014 von


DUISBURG – Während „Die Rechte“ in Dortmund marschierte, führte die NPD ihre landesweite Demonstration zum 1. Mai im 60 Kilometer weiter westlich gelegenen Duisburg durch. Dorthin folgten gerade einmal 100 NPD-AnhängerInnen dem Ruf ihrer Partei, die mit Udo Pastörs sogar ihren Bundesvorsitzenden aufgefahren hatte. Die Demonstration sollte ganz im Zeichen des Kommunalwahlkampfes stehen. Der Marsch musste aber wegen einer Blockade von 100 NazigegnerInnen kurzfristig auf eine neue Route verlegt werden.

Der Aufzug führte schließlich durch ein Wohngebiet und zurück zum Hauptbahnhof. Zahlreiche GegendemonstrantInnen waren gekommen und boten den Neonazis Paroli. Die Polizei spricht von 350 Personen, die am Hauptbahnhof, zugleich Auftaktort der NPD-Versammlung, Protest zeigten und vereinzelt Eier warfen. Am Landschaftspark und damit weit entfernt von der Innenstadt, hätten sich weitere 1000 Menschen an einer DGB-Kundgebung samt Familienfest beteiligt.

Rassistische Parolen

Nur wenige AnwohnerInnen betrachteten das Spektakel vor ihrer Haustür. Manche machten kopfschüttelnd ihr Unverständnis deutlich. Die NPD-AnhängerInnen skandierten immer wieder Parolen gegen Asylbegehrende, Sinti und Roma sowie Linke. An der Spitze ihres Aufzuges trugen sie ein Transparent mit der Aufschrift „Einmal Deutschland und zurück. Asyl ist kein Selbstbedienungsladen“. Als Lautsprecherwagen fungierte ein mit NPD-Parolen beklebter LKW wie er auch während der so genannten „Deutschlandfahrt“ im vergangenen Jahr eingesetzt wurde. Als erste Rednerin trat Melanie Händelkes, die Spitzenkandidatin der NPD zur Kommunalwahl in Duisburg, ans Mikrofon. Weitere Reden hielten der nordrhein-westfälische NPD-Landesvorsitzende Claus Cremer, die stellvertretende Landesvorsitzende Ariane Meise (NPD Rhein-Sieg) sowie der NPD-Bundesvorsitzende Udo Pastörs.

Rangeleien im Hauptbahnhof

Brenzlig wurde es einzig während der Anreise im Hauptbahnhof. Ein Dutzend Neonazis wurden spontan von rund 300 GegendemonstrantInnen empfangen. Diese versuchten eine Polizeikette zu durchbrechen und zu den Rechten zu gelangen. Einzelnen DemonstrantInnen gelang dies, sie wurden jedoch umgehend von anderen Polizeikräften festgesetzt. Die Polizei teilt in einer Pressemeldung mit, sie habe vier Personen vorübergehend festgenommen und zwei Platzverweise erteilt. „Mehrere Personen aus dem linken Spektrum“ hätten zudem versucht „Sperrstellen an der Düsseldorfer Straße zu durchbrechen“, wobei „eine Person durch einen Diensthund leicht am linken Arm verletzt“ wurde. „Bei drei Vermummten“, so die Polizei weiter „stellten die Ordnungshüter die Personalien fest, erstatteten Anzeigen und erteilen Platzverweise“. Claus Cremer wies am Ende des Aufmarsches noch darauf hin, dass sich ein NPD-Teilnehmer noch immer in der Obhut der Polizei befände und die DemonstrantInnen aus Solidarität doch bitte mit der Abreise warten mögen, bis die Person wieder frei sei. Wieso die Person nicht an der Versammlung teilnehmen durfte und um wen es sich handelt, verriet er nicht. (mb)

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