HAM: „Fremdenfeindlicher Hintergrund nicht ausgeschlossen“ – Brandstiftung in Hamm-Herringen

Posted on 16. April 2014 von


HAMM –Am vergangenen Sonntag ereignete sich um 3.22 Uhr ein Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Waldenburger Straße im Hammer Stadtteil Herringen. Acht Personen wurden u.a. durch Rauchgas verletzt, vier Kinder zwischen 11 und 17 Jahren mussten im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, der Polizeiliche Staatsschutz wurde in die Ermittlungen einbezogen.

„Keine greifbaren Hinweise“ auf rechte TäterInnen

Zwar gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang keine „greifbaren“ Hinweisen auf einen „fremdenfeindlichen Hintergrund“, weil sich niemand zur Tat bekannt oder rechte Parolen hinterlassen hat. Grundsätzlich ausschließen könne man ein rassistisches Tatmotiv allerdings nicht, weil das Haus mehrheitlich von rumänischen ArbeiterInnen und deren Familien bewohnt wird, die in Münster in der fleischverarbeitenden Industrie arbeiten.

Hetze gegen BewohnerInnen

AnwohnerInnen hatten Anfang des Jahres massiv gegen die BewohnerInnen protestiert. Auf Facebook äußerten sich viele DiskutantInnen offen rassistisch und forderten „kein Ghetto in Herringen“. AktivistInnen der Partei „Die Rechte“ mischten kräftig mit. In  der Facebook-Gruppe „Gegen die Rumänen in der Waldenburgerstraße” bot das „Die Rechte“-Mitglied Björn Rimmert an, ein Plakatmotiv für die Anwohnerinitiative zu gestalten. Nach eigenen Angaben will die Neonazi-Partei „mehrere hundert Bürgerinformationen“ im Stadtteil verteilt haben.  In einem Kurzbericht über den Brand ist von einem „von ‚Rumänen’ bewohnten Ekelhaus“ die Rede.

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