GM: „Europäische Aktion“ gründet „Stützpunkt“

Posted on 7. Februar 2014 von


OBERBERGISCHER KREIS – Die extrem rechte „Europäische Aktion“ vermeldet die Gründung eines neuen „Stützpunktes“ im Oberbergischen Kreis. Die Organisation, die 2010 von dem Schweizer Holocaustleugner Bernhard Schaub gegründet worden ist, vertritt antisemitische Weltverschwörungsfantasien nach NS-Modell und will „Programme für die Rückwanderung der Fremdkontinentalen“ erstellen. Ihr „Landesleiter“ in Deutschland kommt von der NPD; enge Beziehungen bestehen schon seit geraumer Zeit zu den „Russlanddeutschen Konservativen“, einer extrem rechten Clique um zwei Aktivisten aus Düren und Hattingen.

Holocaustleugner als Gründer

Die „Europäische Aktion“ ist 2010 von dem Schweizer Holocaustleugner Bernhard Schaub gegründet worden. Schaub war zuvor Vorsitzender des 2008 vom Bundesinnenminister verbotenen „Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ (VRBHV). Mit der „Europäischen Aktion“ baut er ein antisemitisches Netzwerk auf, das perspektivisch den gesamten Kontinent überziehen soll. Zumindest rudimentäre Strukturen existieren bislang in der Schweiz, in Österreich, Liechtenstein, Deutschland und Großbritannien. „Landesleiter“ der „Europäischen Aktion“ für die Bundesrepublik ist der NPD-Mann Rigolf Hennig.

Antisemitismus nach NS-Modell

Die „Europäische Aktion“ ist ideologisch fest in der extremen Rechten verankert. Sie vertritt einen Antisemitismus nach NS-Modell, der mit den krudesten Weltverschwörungsfantasien operiert. So behauptet sie etwa, Europa werde von den USA „kontrolliert“, die USA ihrerseits von einer „Israel-Lobby“: „Diese Lobby und die mit ihr verbundene US-Oberschicht sind die eigentlichen und einzigen Weltkriegssieger.“ Die „Europäische Aktion“ fordert eine „Rückeroberung“ Europas, den Zusammenschluss der Nationalstaaten des Kontinents zu einer „Europäischen Eidgenossenschaft“ und – um den angeblichen Einfluss einer US-amerikanischen „Israel-Lobby“ abzuschütteln – eine enge Zusammenarbeit der „Europäischen Eidgenossenschaft“ mit Russland. Begleitend will sie unter anderem „Programme für die Rückwanderung der Fremdkontinentalen“ erstellen.

Kontakte nach NRW

In Nordrhein-Westfalen unterhält die „Europäische Aktion“ seit einigen Jahren enge Beziehungen zu der russlanddeutschen Clique um Johann Thießen (Düren) und Andrej Triller (Hattingen), die sich unter anderem unter der Bezeichnung „Die Russlanddeutschen Konservativen“ organisiert. Die „Russlanddeutschen Konservativen“ waren Berichten zufolge zum Beispiel am 10. September 2011 auf einer Veranstaltung der „Europäischen Aktion“ in Einsiedeln (Schweiz) vertreten. Umgekehrt war die „Europäische Aktion“ im Herbst 2012 und im Herbst 2013 jeweils bei der Jahrestagung der „Russlanddeutschen Konservativen“ vertreten.

„Befreiungskampf“

Spekulationen, die „Russlanddeutschen Konservativen“ könnten auch hinter der Gründung des „Stützpunktes Oberberg“ der „Europäischen Aktion“ stecken, werden dadurch genährt, dass der Bericht über die Gründung nicht nur in deutscher, sondern auch in russischer Sprache publiziert worden ist. Der Autor des Berichts fordert alle „volks- und heimattreuen Kräfte“ auf, sich am „Befreiungskampf“ Europas zu beteiligen. Der „Stützpunkt Oberberg“ will dazu regelmäßige „Arbeits- und Schulungstreffen“, aber auch „Aufklärungsaktionen“ durchführen.

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