MG/HS: Urteil gegen Hückelhovener Brandstifter

Posted on 30. Januar 2014 von


MÖNCHENGLADBACH/KREIS HEINSBERG –  Am heutigen Donnerstag endete der vierte Verhandlungstag gegen den Hauptangeklagten Dominik S. wegen eines Brandanschlags am 6. Mai 2013 in Hückelhoven (Kreis Heinsberg, nrwrex berichtete) mit der Urteilsverkündung. Das Landgericht Mönchengladbach folgte in seinem Urteil den vier Anklagepunkten  – versuchter Mord, versuchte schwere Brandstiftung, Sachbeschädigung und gemeinschaftlicher Verstoß gegen das Waffengesetz – sowie der Forderung der Staatsanwaltschaft und verurteilte den heute 23-Jährigen zu einer fünfeinhalbjährigen Haftstrafe.  Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Aufgrund des massiven Drogen- und Alkoholkonsums und wiederholter damit zusammenhängender Gewalttaten des Angeklagten – so auch am 6. Mai – ordnete das Gericht eine Unterbringung im Maßregelvollzug an. Somit kann der Verurteilte bei positivem Verlauf seiner Therapie auf eine Entlassung auf Bewährung in etwas mehr als zweieinhalb Jahren hoffen.

Motivsuche

Unklar blieb nach Auffassung des Gerichts das Motiv für den Molotowcocktail-Anschlag auf den von einer türkischstämmigen Familie betriebenen Kiosk im Ortsteil Ratheim. Die Nebenklage legte während des Prozesses zwar neues Beweismaterial in Form einer Dominik S. anzulastenden rassistischen Äußerung auf der Facebook-Seite des Angeklagten vor, deren Urheberschaft konnte diesem aber letztendlich nicht nachgewiesen werden. Seine teilweise neonazistischen Facebook-Freunde will er erst garnicht gekannt haben. Letztendlich blieb ungeklärt, warum am Tag der Eröffnung des Münchner NSU-Prozesses ein rechts eingestellter junger glatzköpfiger Mann im Alkohol- und Drogenrausch gemeinsam mit anderen Cliquenmitgliedern einen Brandsatz bastelte und diesen gegen den Kiosk einer migrantischen Familie warf.

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