BI: Bewährungsstrafe für Neonazi Sascha Krolzig

Posted on 31. Oktober 2013 von


BIELDEFELD – Am 28. Oktober 2013, wurde der wegen Körperverletzung und Volksverhetzung vorbestrafte 27-jährige Bielefelder Neonazi Sascha Krolzig wegen Beleidigung in einer Berufungsverhandlung vor der IV. Kleinen Strafkammer des Landgerichts Bückeburg zu einer dreimonatigen Haftstrafe, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung, verurteilt.

Bewährungshelfer und Sozialstunden

Außerdem muss sich Krolzig der Aufsicht eines Bewährungshelfers unterstellen. Zugleich verpflichtete ihn das Gericht zu 100 Stunden sozialer Arbeit, die er bereits im ersten Jahr seiner Bewährung ableisten muss. Krolzig wird vorgeworfen, bei der siebten Auflage des neonazistischen „Trauermarschs“ am 4. August 2012 in Bad Nenndorf zu einem dunkelhäutigen Beamten gesagt zu haben, „Schwarz auf schwarz geht nicht, aber Schwarze bei der Polizei geht überhaupt nicht!“. Dafür hatte ihn das Amtsgericht Stadthagen am 14. Juni 2013 in erster Instanz lediglich zu einer Geldstrafe von 15 Tagessätzen à 20 Euro verurteilt.

„Die Rechte“-Kandidat Sascha Krolzig

Am 5. Juli 2013 trat Krolzig für Christian Worchs Partei „Die Rechte“ vor dem Bundeswahlausschuss im Berliner Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestages auf. Zuvor, am 18. Mai 2013, wurde  er auf dem 3. Bundesparteitag von „Die Rechte“ bei der Aufstellung der Liste für die Europawahl 2014 auf Platz 5 gewählt. Bereits am 16. Februar 2013 war Krolzig auf einem Parteitag des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen von „Die Rechte“ auf Platz 2 der Kandidatenliste für die Bundestagswahl am 22. September 2013 gewählt worden. Krolzig fungiert aktuell als Kreisverbandsvorsitzender von „Die Rechte“ in Hamm sowie als NRW-Landesvorstandsmitglied und Beisitzer im Bundesvorstand. Krolzig, bis zum Verbot „Kopf“ der „Kameradschaft Hamm“, studiert seit Oktober 2009 an der Universität Bielefeld im Studiengang Rechtswissenschaften. Sollte das Urteil des Landgerichts Bückeburg rechtskräftig werden, dürfte sich der Bielefelder den Weg zum zweiten Staatsexamen verbaut haben, denn mit einer solchen Vorstrafe ist der Weg in den Staatsdienst versperrt. Bereits am 11. Februar 2013 fand in der Universität Bielefeld eine Podiumsdiskussion zum Umgang mit Neonazis statt. Anlass für die Diskussion war, dass neben Krolzig mit Julian Fritsch und Alexander Wilhelm zwei weitere bekennende Neonazis an der Universität Bielefeld im Studiengang Rechtswissenschaften eingeschrieben sind.

 

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