D: Düsseldorfer „Rhenania-Salingia“ richtet DB-„Regionalseminar“ aus

Posted on 17. Oktober 2013 von


DÜSSELDORF – Die „Alte Hallesche Burschenschaft Rhenania-Salingia zu Düsseldorf“ bemüht sich um das Weiterbestehen der „Deutschen Burschenschaft“ (DB) und kündigt für diesen Samstag ein „Regionalseminar“ der DB in ihrem Haus an.

Die DB ist nach diversen Skandalen über die enge Verflechtung zahlreicher Burschenschaften mit der extremen Rechten erheblich geschwächt; beinahe die Hälfte ihrer ehemaligen Mitgliedsbünde hat den Dachverband mittlerweile aus Protest verlassen. Die Düsseldorfer „Rhenania-Salingia“ hält im Gegensatz dazu an ihrer DB-Mitgliedschaft fest. Die „Regionalseminare“, wie sie die DB schon seit geraumer Zeit durchführt, dienen dazu, die im Dachverband verbliebenen Burschenschaften fest auf eine gemeinsame politische Strategie einzuschwören; sie versammeln dazu die DB-Burschenschaften einer bestimmten Region. Ziel ist es, das vollständige Auseinanderbrechen des Dachverbandes zu verhindern, der in den letzten Monaten stark geschrumpft ist und nicht mehr – wie noch vor wenigen Jahren – 120, sondern nur noch etwas mehr als 60 aktive Mitgliedsbünde umfasst. Ursache für den Mitgliederschwund sind die Verflechtungen diverser Burschenschaften mit der extremen Rechten. Zu den Burschenschaften, deren Rechtsaußen-Kontakte in jüngster Zeit besonders häufig für Srchlagzeilen gesorgt haben, gehört beispielsweise auch die „Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“.

Rechtsaußen-Kontakte

Die Düsseldorfer „Rhenania-Salingia“ ist in jüngster Zeit selbst mit Rechtsaußen-Kontakten aufgefallen. Für den 19. April 2012 etwa hatte sie Felix Menzel, den Gründer des ultrarechten Internet-Portals „Blaue Narzisse“, zu einem Vortrag in ihr Haus geladen. Im Wintersemester 2012/13 lud sie zu einem „Südtirol-Seminar“ der DB, auf dem ein Referent forderte, Südtirol solle ein „Selbstbestimmungsrecht“ in Anspruch nehmen und sich von Italien lösen – mit rassistischer Begründung: Es gehe darum, die von Rom bereitwillig geduldete „ausschweifende Zuwanderung von Menschen aus anderen Kulturkreisen“ („Asien, Afrika“) zu verhindern. Anschließend lud die „Rhenania-Salingia“ den Burschenschafter Erhard Hartung zu einem Vortrag über den „Südtiroler Freiheitskampf der 1960er Jahre“ in ihr Haus. Hartung ist in Italien wegen Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag mit vier Todesopfern im Jahr 1967, der in burschenschaftlichen Kreisen dem „Südtiroler Freiheitskampf“ zugerechnet wird, zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

„Burschenschaftliche Abende“

Welche Vorträge für die beiden „Burschenschaftlichen Abende“ geplant sind, die die „Rhenania-Salingia“ für das jetzt beginnende Wintersemester ankündigt, ist unbekannt; das Semesterprogramm verschweigt Informationen darüber. Sicher ist allerdings, dass die „Rhenania-Salingia“ am 18. Januar 2014 gemeinsam mit der „Kölner Burschenschaft Germania“ einen „Reichsgründungskommers“ zelebrieren wird – im Gedenken an die Gründung des Deutschen Kaiserreichs am 18. Januar 1871.

Posted in: Allgemeines