K: Mitgliederversammlung von „pro Köln“ verhindert

Posted on 16. Oktober 2013 von


KÖLN – Eine für vergangenen Sonntag geplante Mitgliederversammlung von „pro Köln“ fiel kurzfristig aus, nachdem AntifaschistInnen den Wirt eines Brauhauses auf die Veranstaltung aufmerksam machten. Der Wirt des Merheimer „Goldener Pflugs“ stornierte daraufhin die Reservierung. Bei der geplanten Mitgliederversammlung sollten die KandidatInnen zur Kommunalwahl 2014 für die 45 Kölner Wahlkreise aufgestellt werden.

Statt der erwarteten RechtspopulistInnen fanden sich gegen 14 Uhr, und damit eine Stunde vor geplantem Beginn, rund 30 AntifaschistInnen am Wirtshaus ein. Auch eine kleine Gruppe „pro  Köln“-Aktivisten reiste mit einem Kleintransporter an und parkte gegenüber der Kneipe. Sie warteten augenscheinlich auf NachzüglerInnen, denen „pro Köln“ so kurzfristig nicht mehr absagen konnte. Die Polizei war mit einigen Mannschaftswagen vor Ort, die Situation blieb aber friedlich. Einen alternativen Versammlungsort fanden die Rechten in der kurzen Zeitspanne zwischen Absage und offiziellem Veranstaltungsbeginn nicht mehr. Im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger berichtet der Wirt, dass ursprünglich ein Ehepaar ein Mittagessen für 60 Personen bei ihm angemeldet hatte, ohne ihn über den politischen Charakter der Zusammenkunft zu informieren. Er fühlte sich getäuscht und sagte die Veranstaltung ab.

Im Internet verbreitet „pro Köln“ eine ganz eigene Version der Erreignisse. Ihr Vorsitzender Markus Beisicht sieht in diesem „Skandal“ nicht weniger als einen „Anschlag auf die Demokratie insgesamt in Köln“. „Linksextremisten“ hätten das Lokal „gestürmt“, dem „verängstigen“ Wirt gelte „die volle Solidarität der ganzen Bürgerbewegung“. Tatsächlich hieß der Wirt die Gegendemonstranten willkommen, stellte für sie Heizstrahler auf und gab ihnen Getränke aus. „Pro Köln“ kündigt bereits an, die abgesagte Mitgliederversammlung in Kürze nachzuholen.(mb)

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