HF: „Volksliederabend“ in Bünde abgesagt

Posted on 10. Oktober 2013 von


BÜNDE (KREIS HERFORD) – Eigentlich sollte am Dienstag, dem 8. Oktober im Kurhaus Randringhausen in Bünde ein „Volksliederabend“ unter der Leitung von Gerd Rothe stattfinden. Nachdem der neonazistische Hintergrund Rothes am Dienstag morgen öffentlich gemacht worden war, entschloss sich die Stadt Bünde dazu, die Veranstaltung kurzfristig abzusagen.

Aktivist der „Artgemeinschaft“

Gerd Rothe war in den 1990er Jahren in der völkisch-religiösen „Artgemeinschaft“ um Jürgen Rieger aktiv und trat als Organisator von Veranstaltungen der Gruppierung auf. Er leitete zudem den „Freundeskreis Wittekindsland“, eine regionale Untergliederung der „Artgemeinschaft“. Neben seiner Tätigkeit für die „Artgemeinschaft“ ist Rothe seit 1991 Mitglied beim „Bund für deutsche Schrift und Sprache“. Darüber hinaus trat Rothe als heidnischer Trauerredner auf und bewarb seine Dienste sowohl in der extrem rechten Zeitschrift „Nation & Europa“ als auch im NPD-Parteiorgan „Deutsch Stimme“. Auch zu dem 2008 vom Bundesinnenministerium verbotenen Verein „Collegium Humanum“ in Vlotho und dessen damaliger Leiterin, der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck, pflegte Rothe Kontakt.

„Politischer Hintergrund war nicht bekannt“

Der aus Bad Oeynhausen stammende Gerd Rothe trat in der Vergangenheit des Öfteren als Veranstalter von Volksliederabenden oder Volkstanzveranstaltungen im Raum Ostwestfalen auf. So beispielsweise auch beim traditionellen Ostereiersuchen 2013 an der Rürupsmühle in Löhne. Auch im Kurgastprogramm der Stadt Bünde, in dessen Rahmen die Veranstaltung am Dienstag stattfinden sollte, war Rothe schon mehrfach aufgetreten. Dort sei man über Rothes politischen Hintergrund nicht informiert gewesen, teilte der Bürgermeister Wolfgang Koch (CDU) gegenüber der Presse mit. In der Vergangenheit habe es nie Beschwerden über Rothes Auftritte gegeben, stellte der Bürgermeister fest. Rothes Aktivitäten wurden in der Öffentlichkeit bereits 2008 diskutiert, nachdem er als Redner am Volkstrauertag in Bad Oeynhausen die Kriegsschuld der Deutschen leugnete und diese zu den eigentlichen Opfern des Zweiten Weltkrieges stilisierte. Dies führte dazu, dass sich die Stadt Bad Oeynhausen von der Veranstaltung am Volkstrauertag distanzierte. Die Bündener SPD forderte die Stadtverwaltung auf, sensibler zu reagieren und ihre Vertragspartner zu prüfen.

Posted in: Allgemeines