SU/HS/MG: Brandanschläge und ungeklärte Brände im Rheinland

Posted on 23. Juli 2013 von


RHEIN-SIEG-KREIS/KREIS HEINSBERG/MÖNCHENGLADBACH – Man brauche „konkrete Ergebnisse in wichtigen sicherheitspolitischen Fragen, keine monatelangen Wahlkampfschlachten“: Mit diesen Worten ließ sich am 17. Juli der Vorsitzende des „Bundes deutscher Kriminalbeamter“im BKA, Andy Neumann, in einer Pressemitteilung des in Meckenheim (Rhein-Sieg-Kreis) beheimateten BKA zitieren. Er warnte vor „Trittbrettfahrern des NSU“ und verlieh seiner Sorge Ausdruck, dass sich terroristische Neonazi-Zellen zum Ziel gesetzt hätten, „das politische System in der Bundesrepublik mit terroristischen Mitteln zu bekämpfen“. Es sei vor diesem Hintergrund umso „bedauerlicher, dass inzwischen in Politik und Medien deutlich intensiver um nachrichtendienstliche Aktivitäten debattiert werde als um Überlegungen, mit welchen Mitteln Extremismus effektiv zu bekämpfen ist“.

Ob sich Neumann auch um vermeintlich „kleinere Dinge“ als das „politische System in der Bundesrepublik“ sorgt, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor. Grund hierfür könnte bestehen, ist doch in letzter Zeit auch im Rheinland eine Häufung von Brandstiftungen und ungeklärter Brände zu verzeichnen, die Menschen mit Migrationshintergrund bzw. ihre Existenz betrafen. Jedenfalls wäre es nach Auffassung von NRW rechtsaußen eine von vielen nötigen Erkenntnissen aus der NSU-Mordserie, bei jedem einzelnen derartiger Fälle sehr genau hinzusehen.

Einige – großteils ungeklärte – Fälle

Am 6. Mai 2013 warf ein junger Mann, der sich zuvor mit weiteren Personen aus der Gabber-Szene in der Nähe eines von Menschen mit türkischem Hintergrund betriebenen Kiosks in Hückelhoven-Ratheim aufgehalten hatte, einen Brandsatz gegen die Schaufensterscheibe dieses Kiosks. Die brennende Flüssigkeit gelangte glücklicherweise nicht in den Laden. Körperlich verletzt wurde niemand. NRW rechtsaußen berichtete.

In der Nacht auf den 27. Mai 2013 wurde vor dem Eingang eines türkischen Imbisses in Swisttal-Odendorf (Rhein-Sieg-Kreis) eine Flasche mit brennbarer Flüssigkeit entzündet. Verletzte gab es nicht, der Inhaber des Imbisses bemerkte den Brand rechtzeitig und löschte ihn. NRW rechtsaußen berichtete.

In der Nacht auf den 6. Juni 2013 brannte sechs Kilometer von Swisttal entfernt ein Holzverschlag auf dem Grundstück einer italienischen Pizzeria und Eisdiele in Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis). Die Polizei ermittelte wegen des Verdachts der Brandstiftung. Zur Pressemitteilung der Polizei geht es hier .

Laut Brandgutachten vorsätzlich gelegt wurde ein Feuer, das am 1. Juli 2013 in Mönchengladbach-Rheydt einen türkischen Imbiss zerstörte. Hochsensibilisiert durch die Mordserie des NSU richtete die Polizei laut ihrer Pressemitteilung eine Sonderkommission mit dem Namen „Börek“ ein, die seitdem „in alle Richtungen“ ermittelt.

Bis auf Hückelhoven – allerdings ist auch hier nicht von einem rassistischen Tatmotiv die Rede – scheinen diese Fälle bis heute unaufgeklärt zu sein, zumindest wurde bisher nichts über etwaige Ermittlungsergebnisse in der Öffentlichkeit bekannt. „Die Polizei wird am Freitag mit den Ermittlungen zur Brandursache beginnen“, hieß es zuletzt anlässlich eines bis dahin ungeklärten Brandes in einem Weinhandel am 11. Juli 2013 in Mönchengladbach-Rheydt (Die RP berichtete). Die Inhaberin war 1969 unter anderem mit ihren Eltern aus der Türkei nach Rheydt migriert.

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