SU: „Landsmannschaft Schlesien“ obdachlos

Posted on 2. Juli 2013 von


KÖNIGSWINTER (RHEIN-SIEG-KREIS) – Das „Haus Schlesien“ in Königswinter setzt die „Landsmannschaft Schlesien“ wegen rechtslastiger Äußerungen ihres Bundesvorsitzenden vor die Tür. Landsmannschafts-Chef Rudi Pawelka hatte beim „Deutschlandtreffen“ der Schlesier am 22. und 23. Juni in Hannover mit der Forderung für einen Eklat gesorgt, Polen und die Tschechische Republik müssten sich für die Umsiedlung der Deutschen infolge des Zweiten Weltkriegs entschuldigen. Pawelka führte die Landsmannschaft bislang aus Büroräumen im „Haus Schlesien“, das den Mietvertrag nun gekündigt hat.

Entschuldigung gefordert

Pawelka hatte in seiner Hauptrede beim „Deutschlandtreffen“ der Schlesier scharfe Kritik an der Bundesregierung geübt. „Wir machen einseitig Versöhnung, das bringt auf Dauer nichts“, wird der Bundesvorsitzende der „Landsmannschaft Schlesien“ in den Medien zitiert: „Wir haben uns vielfach entschuldigt.“ Nun müssten sich auch diejenigen entschuldigen, die infolge des Zweiten Weltkriegs die Deutschen umgesiedelt hätten. Ungarn habe dies bereits getan, nun müssten sich Polen und die Tschechische Republik anschließen. Das „deutsche Schulddogma“ Pawelka hat bereits in der Vergangenheit mit rechtslastigen Äußerungen Aufsehen erregt. So hat er beim „Deutschlandtreffen“ der Schlesier im Jahr 2011 laut übereinstimmenden Berichten geäußert, Polen sei „am Holocaust beteiligt“ gewesen. Nach dieser Äußerung hatte der damals zunächst anwesende niedersächsische Ministerpräsident David McAllister (CDU) die Veranstaltung verlassen. Letztes Jahr hat Pawelka einen angeblichen deutschen „Schuldkomplex“ beklagt. „Die Sieger des Zweiten Weltkriegs“ würden „in Deutschland als Befreier propagandistisch verklärt“, während „die Gralshüter deutscher Schuldgesinnung“ im „Hinweis auf deutsche Opfer einen Angriff auf das deutsche Schulddogma“ sähen (NRW rechtsaußen berichtete). Pawelka hat sich darüber hinaus als Funktionär der „Preußischen Treuhand GmbH & Co. KG a.A.“ einen Namen gemacht, die auf dem Rechtswege ehemals deutsches Eigentum im heutigen Polen in deutschen Besitz zurückklagen will.

Abgesagt

Pawelkas Rechtskurs trifft inzwischen im politischen Establishment auf Widerspruch. So haben der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) und Landtagspräsident Bernd Busemann (CDU), die beide beim diesjährigen „Deutschlandtreffen“ der Schlesier auftreten wollten, unmittelbar vor der Veranstaltung ihre Teilnahme abgesagt, nachdem sie Pawelkas Redemanuskript hatten einsehen können. Der Präsident der „Schlesischen Landesvertretung“, Michael Pietsch, hat aus demselben Grund seinen Rücktritt erklärt. Pietsch hat eine Medizin-Professur an der Universität Mainz inne und ist Stellvertretender Vorsitzender der „Ost- und Mitteldeutschen Vereinigung“ der CDU/CSU, die sich um Belange der Umgesiedelten kümmert.

Gekündigt

Pietsch gehört zudem als Erster Vizepräsident dem Trägerverein von „Haus Schlesien“ an, das nun der Bundesgeschäftsstelle der „Landsmannschaft Schlesien“ die Büroräume gekündigt hat. Pawelka, ein ehemaliger Polizist aus Leverkusen, hat gegenüber der Rechtsaußen-Wochenzeitung „Junge Freiheit“ erklärt, die Landsmannschaft habe Widerspruch dagegen eingelegt. Er weist darauf hin, dass das „Haus Schlesien“ auch durch Spenden aus der „Landsmannschaft Schlesien“ getragen wird – ein unverhohlener Hinweis auf wechselseitige Abhängigkeiten.

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