K: „Pro Köln“ sagt Teilnahme am CSD ab

Posted on 17. Juni 2013 von


KÖLN – Mit ihrer Ankündigung, am diesjährigen Christopher-Street-Day (CSD) mit einem eigenen Wagen teilnehmen zu wollen, erreichte „pro Köln“ vier Wochen lang nicht nur eine große Medienresonanz, sondern verunsicherte auch die schwul-lesbische Szene, in der über die Teilnahme der RechtspopulistInnen gestritten wurde. Freitag teilte „pro Köln“ dann mit, auf einen Wagen beim CSD zu verzichten. Man habe bereits durch die Debatte „politisch viel erreicht“.

Mitte Mai gab „pro Köln“ die Anmeldung eines eigenen Wagen auf dem CSD bekannt. Die OrganisatorInnen des „Kölner Lebsen- und Schwulentags e.V.“ (KluST) habe man drüber bereits in Kenntnis gesetzt, hieß es. Die Parade für die Rechte von Homosexuellen sollte vor allem zur eigenen Agitation gegen Muslime genutzt werden. Schließlich, so wusste „pro Köln“ zu berichten, gingen „Bedrohung oder sogar körperliche Angriffe auf Homosexuelle“ vor allem von „zugewanderten islamistischen Fanatikern“ aus.

„absurde Genderpolitik“ und „internationale Homosexuellenverbände“

Dass man in der Vergangenheit selbst gegen die „Homo-Verbände“ wetterte, wurde dabei verschwiegen. So schrieben beispielsweise im Januar 2011 die „Christen pro Köln“: „Es geht inzwischen nicht mehr gegen Diskriminierung von Homosexuellen, denn eine solche findet längst nicht mehr statt, sondern homosexuelle Beziehungen sollen der Sexualität zwischen Mann und Frau gleichgestellt werden, und diese Sichtweise, die aufgrund der biologischen Gegebenheiten überhaupt nicht verständlich gemacht werden kann, soll auch in den Schulen den Heranwachsenden so vermittelt werden.“ Auch die „absurde Genderpolitik“ habe ihren Ursprung in den Forderungen der „internationalen Homosexuellenverbände“.

CSD-Organisatoren distanzieren sich

In der schwul-lesbischen Szene wurde teilweise vehement darüber gestritten, ob die Teilnahme von „pro Köln“ ernst gemeint oder eine gezielte Provokation sei. Die CSD-Organisatoren vom KLuST beschlossen auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit überwältigen Mehrheit eine Erklärung gegen die Teilnahme der Rechten. Der KluST sagte sogar die Parade ab und meldete sie erneut an. Diesmal in Verbindung mit einem präzisieren Aufruf, der sich auch „gegen rechtspopulistische, rechtsextremistische, rassistische, nationalistische oder antiislamische Anschauungen“ aussprach.

„Pro Köln“ sagte eineinhalb Wochen später freiwillig die Teilnahme ab.

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