D: „Die Rechte“ plant für den 26. Mai Schlageter-Gedenken (2 Updates)

Posted on 24. Mai 2013 von


DÜSSELDORF – Anlässlich des 90. Todestages des wegen Sabotage und Anschlägen gegen die französischen Truppen am 26. Mai 1923 in Düsseldorf hingerichteten Freikorpsangehörigen Albert Leo Schlageter hat die Möchtegernpartei „Die Rechte“ nach Informationen von NRW rechtsaußen für den übermorgigen Sonntag ab 14 Uhr eine Kundgebung auf dem Reeserplatz im Düsseldorfer Stadtteil Golzheim angemeldet. Eine öffentliche Mobilisierung aber gibt es bislang nicht. „Die Rechte“ verfügt seit dem 20. April 2013 über einen Kreisverband Düsseldorf, Solingen und Mettmann, federführende Figuren sind Manfred Breidbach (Düsseldorf) und Nadine Braun (Mettmann), die zuvor FunktionsträgerInnen der NPD waren.

„Märtyrer“ und „Nationalheld“

Immer wieder war der Reeserplatz bzw. das dortige militaristische 39er-Denkmal in den letzten Jahrzehnten Anlaufpunkt für die extreme Rechte, nicht selten zum Gedenken an den nach seiner Hinrichtung nicht nur von der extremen Rechten zum „Märtyrer“ und „Nationalhelden“ erklärten Schlageter. Zuletzt fand hier 2008 eine Kundgebung der extrem rechten „Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland“ (JLO) statt, die vom Düsseldorfer Rechtsanwalt Björn Clemens organisiert und geleitet wurde. Aufgrund massiver Proteste zogen es Clemens und Co. allerdings in den Folgejahren vor, die jährlich geplanten Veranstaltungen abzusagen, es verblieben nicht anmeldungspflichtige Kranzabwürfe im kleinsten Kreis. Das Spektrum der „Freien Kräfte“ hielt sich von der JLO-Kundgebung – im Gegensatz zur regionalen NPD – mit wenigen Ausnahmen fern und führte stattdessen eigene Veranstaltungen durch, zumeist im Aachener Raum, federführend organisiert von der 2012 verboteten „Kameradschaft Aachener Land“.

„Schlageterstadt“ Düsseldorf

In einem Bericht über das letzte bekannt gewordene Schlagetergedenken „Freier Kräfte“ in der Aachener Region am 29. Mai 2010 heißt es: „Nächstes Jahr zu seinen 88. Todestag wird der sechste Schlagetertag in der Schlageterstadt Düsseldorf stattfinden.“ Dieser fand – allerdings außerhalb Düsseldorfs – als Saalveranstaltung statt, federführend mitorganisiert vom Düsseldorfer Sven Skoda, der seit März 2012 in Untersuchungshaft sitzt. Aufgrund von Razzien und Verhaftungen hatte die Szene im Frühjahr 2012 offenbar andere Probleme als das Organisieren eines Schlagetergedenkens. Dieses Jahr aber möchten es die „Freien Kräfte“, deren aktivsten NRW-Gruppen währenddessen als Kreisverbände der „Die Rechte“ auftreten, offenbar mit einer Kundgebung versuchen, erwartet werden 50 Teilnehmer. Das 39er-Denkmal ist hierbei nur ein als geeignet angesehener Ersatzort, da in der Golzheimer Heide am Rande des Nordfriedhofs, wo bis 1946 das „Schlageter-Nationaldenkmal“ stand, keine Kundgebung genehmigt wurde.

Update 1 vom 25. Mai 2013, 10.00 Uhr:

Zwischenzeitlich mobilisiert die neonazistische Szene öffentlich auf die Schlageter-Kundgebung in Düsseldorf.

Update 2 vom 27. Mai 2013, 12.15 Uhr:

Über den Ablauf der zirka 45-köpfigen Kundgebung der Partei „Die Rechte“ in Düsseldorf berichtet das Antifa-Infoportal Düsseldorf. Zum Beitrag geht’s hier.

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