D: Monatszeitschrift sympathisiert mit „Alternative für Deutschland“

Posted on 25. April 2013 von


DÜSSELDORF – Die Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) wird mit starker Sympathie von der nach rechts offenen Zeitschrift „eigentümlich frei“ aus Düsseldorf begleitet. Das ultraliberale Blatt, das sein Herausgeber André F. Lichtschlag als „libertär“ bezeichnet, prophezeit der AfD einen Einzug „per Rakete in den Bundestag“. „eigentümlich frei“ hat in der Vergangenheit Texte mehrerer führender Funktionäre und Unterstützer der „Alternative“ abgedruckt. Daneben hat die Zeitschrift immer wieder Autorinnen und Autoren der äußersten Rechten ein Forum geboten. In jüngster Zeit finden sich dort Artikel eines Rechtsaußen-Publizisten, der vor einiger Zeit Texte des anti-islamischen Autors „Fjordman“ herausgegeben hat, auf den sich nicht zuletzt der extrem rechte Massenmörder Anders Behring Breivik berief.

Inhaltliche Nähe

Die Monatszeitung „eigentümlich frei“, die seit 1998 von André F. Lichtschlag herausgegeben wird und heute in der Düsseldorfer „Lichtschlag Medien und Werbung KG“ erscheint, beobachtet die Entwicklung der „Alternative für Deutschland“ (AfD) schon seit deren Gründung sehr aufmerksam. Hintergrund ist eine inhaltliche Nähe des ultraliberalen Blattes zum neoliberalen AfD-Mainstream, die sich auch darin ausdrückt, dass es in den vergangenen Jahren diverse Artikel einiger führender Funktionäre der Partei abdruckte. Das Blatt nennt Konrad Adam, einen der drei Bundessprecher der „Alternative“, auf seiner Autorenliste, ebenso den AfD-NRW-Landesvorsitzenden Alexander Dilger. Prominente Unterstützer der Anti-Euro-Partei wie der einstige Präsident des „Bundesverbandes der Deutschen Industrie“ Hans-Olaf Henkel, der Mannheimer VWL-Professor Roland Vaubel, der Ex-Präsident des „Instituts für Wirtschaftsforschung Halle“ Ulrich Blum und der Autor und Verleger Bruno Bandulet haben ebenfalls Beiträge in „eigentümlich frei“ publiziert.

Nach rechts offen

In dem Blatt sind daneben immer wieder Artikel von Autorinnen und Autoren der äußersten Rechten erschienen. Unter diesen finden sich Personen aus dem Umfeld von Medien wie etwa den Zeitschriften „Sezession“ und „Blaue Narzisse“, denen eine Bindeglied-Funktion zwischen rechtskonservativen und extrem rechten Kreisen zugeschrieben wird, etwa Götz Kubitschek, Felix Menzel oder Ellen Kositza. Christoph Blocher, der Vorsitzende der rechtspopulistischen „Schweizer Volkspartei“ (SVP), wird ebenso auf der Autorenliste von „eigentümlich frei“ genannt wie der Ex-NPD-Politiker Andreas Molau und der Historiker Stefan Scheil, der als Revisionist eingestuft wird. Für die im Juni 2004 erschienene Ausgabe 43 der Zeitschrift hatte Chefredakteur Lichtschlag den damaligen NPD-Vorsitzenden Udo Voigt interviewt.

Fjordman verteidigen

In jüngster Zeit publiziert „eigentümlich frei“ regelmäßig Texte von Martin Lichtmesz. Lichtmesz ist ein fleißiger Autor auf dem Internet-Blog der erwähnten Zeitschrift „Sezession“, deren nächste Ausgabe sich ausdrücklich der AfD widmen wird. Er hat – unter dem Titel „Europa verteidigen“ – im Jahr 2011 zehn Texte des anti-islamischen Autors „Fjordman“ herausgegeben. Auf „Fjordman“ berief sich mehrfach der extrem rechte norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik. Die Texte sollten weiterhin gewürdigt werden, heißt es im Verlags-Werbetext für „Europa verteidigen“: Breivik habe mit dem Massenmord „geistiges Terrain vermint, das es nun wiederum freizuräumen gilt“.

Experte für die NPD

Die Offenheit von „eigentümlich frei“ für Autorinnen und Autoren der äußersten Rechten findet eine Entsprechung in den Rechtsaußen-Kontakten einiger bekannter Funktionäre und Unterstützer der AfD, die etwa in der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ publizieren oder sich von der NPD als „Experte“ einladen ließen (NRW rechtsaußen berichtete). AfD-Unterstützer Karl Albrecht Schachtschneider hat sich nun laut Vorankündigung für das AfD-Schwerpunktheft der Zeitschrift „Sezession“ als Interviewpartner zur Verfügung gestellt – offenbar, um unter deren Publikum für die neue Partei zu werben.

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