ME: „Die Rechte“ gründet Kreisverband für Düsseldorf, Solingen und Mettmann (1 Update)

Posted on 22. April 2013 von


METTMANN – „Die Rechte“ (DR) baut ihre Parteistrukturen in NRW weiter aus. Am 20. April habe man in Mettmann mit angeblich 80 Personen die Gründung eines Kreisverbandes gefeiert, der für die Städte Düsseldorf und Solingen sowie den Kreis Mettmann zuständig sein soll, teilt die Gruppierung im Internet mit. Über die Mitgliederzahl und die Zusammensetzung des Vorstandes werden noch keine genauen Angaben gemacht.

NPD-Mitglieder wechseln das Parteibuch

Es gibt aber deutliche Hinweise, dass zum Personal von „Die Rechte Düsseldorf/Mettmann/Solingen“ einige ehemalige AktivistInnen des NPD-Kreisverbandes Düsseldorf/Mettmann zählen. Der von Nadine Braun und Manfred Breidbach geführte NPD-Verband galt aufgrund seiner explizit neonazistischen Ausrichtung als einer der radikalsten innerhalb der nordrhein-westfälischen NPD. Besonders Breidbach fiel immer wieder durch Reden im kaum verhüllten NS-Ton auf, nrw rex berichtete. Zudem wurde eine enge Zusammenarbeit mit Neonazi-Gruppen wie den „Nationalen Sozialisten Wuppertal“ gepflegt, die bereits im Januar einen DR-Kreisverband gründeten.

Zerwürfnis mit NPD-Chef Holger Apfel

Das Auftreten der Parteimitglieder aus Mettmann und Düsseldorf hatte innerhalb der NPD in den vergangenen Jahren mehrfach Verärgerung ausgelöst. Besonders der NPD-Bundesvorsitzende Holger Apfel störte sich an den radikalen Tönen und dem offenen Paktieren mit den parteifreien Neonazis. Sie standen dem von ihm proklamierten Kurs der „seriösen Radikalität“, der eine taktische Zurücknahme allzu offener NS-Verherrlichung sowie ein „bürgernahes“ Erscheinungsbild der Partei beinhaltet, im Weg. In Anspielung auf Breidbach warnte er deshalb vor „Krawallrednern“, die für die alltägliche Parteipolitik nicht zu gebrauchen seien, nrw rex berichtete.
Dass Apfel auf dem ebenfalls am Samstag abgehaltenen NPD-Bundesparteitag in Weinheim (Baden-Württemberg) im Amt bestätigt wurde, wird als Grund für den Wechsel der rheinländischen NPD-AktivistInnen zu „Die Rechte“ genannt. Allerdings scheinen diese ihren Parteiwechsel schon länger vorbereitet zu haben.
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Update 29.04.2013, 11:00 Uhr

NPD-Landesvorstandsmitglied Nadine Braun und Manfred Breidbach, die bis vor Kurzem dem NPD Kreisverband Düsseldorf/Mettmann vorstanden, haben ihren Wechsel zur Partei „Die Rechte“ offiziell erklärt. Als Gründe für ihren Austritt aus der NPD nennen sie die Entwicklung der Partei seit dem Tode Jürgen Riegers und der Abwahl des Bundesvorsitzenden Udo Voigt. Die Partei habe in der Folge politisch versagt und sei um Jahrzehnte zurückgeworfen worden. Hinter dem neuen NPD-Chef Holger Apfel hätten sich „ewig gestrige Reaktionäre und andere politikunfähige Personen“ gesammelt. „Der Versuch der Volksfront unter dem Dach der NPD ist als gescheitert zu betrachten“, schreiben die beiden ehemaligen Funktionäre. Der NPD unter Apfel werden Abgrenzungsbeschlüsse gegenüber „radikalen Kräften“, die Parteiausschlüsse von Ingo Haller und Rene Laube (Düren) sowie die Nichtaufnahme von Dortmunder Neonazis in die NPD vorgeworfen. Dadurch, dass man den Dortmunder Neonazis die Mitgliedschaft verweigert habe, sei erst die Gründung von „Die Rechte“ als „Alternative“ notwendig geworden. Zuletzt habe die NPD sogar ein „Redeverbot für NPD Funktionäre auf Veranstaltungen von ‚Konkurrenzparteien'“ erlassen. Die beiden ex-NPDler kritisieren auch die ausbleibende Solidarität der NPD mit den verhafteten „Kameraden“ des „Aktionsbüro Mittelrhein“. „Was nicht zusammen passt, das sollte getrennte Wege gehen, um sich nicht gegenseitig zu behindern“, heißt es abschließend. Man sei aber zur „Zusammenarbeit aller konstruktiver Kräfte im nationalen Lager“ weiterhin bereit.

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