D: Extrem rechte Musikveranstaltungen in NRW im Jahr 2012

Posted on 6. März 2013 von


DÜSSELDORF – Man habe 2012 in Nordrhein-Westfalen „acht rechtsextremistische Musikveranstaltungen“ erfasst, und damit halb so viele wie 2011, antwortete Mitte Februar das NRW-Ministerium für Inneres und Kommunales auf eine „Kleine Anfrage“ eines Landtagsabgeordneten der „Piraten“: „zwei Liederabende, drei Konzerte sowie drei sonstige Veranstaltungen, bei denen rechtsextremistische Musik gespielt wurde“. nrwrex hat nachgezählt.

Keine konkreten Angaben

Um konkrete Angaben, wann und wo welche Bands vor wie vielen TeilnehmerInnen aufgetreten sind, drückt sich die Landesregierung herum, obwohl explizit danach gefragt wurde. Die „überwiegende Anzahl der Veranstaltungen“ sei „im Ruhrgebiet bzw. im erweiterten Ruhrgebiet durchgeführt“ worden. Es seien „u.a. Auftritte der Skinhead-Bands ‚Angry Bootboys‘, ‚Oidoxie‘, ‚Sleipnir‘ und ‚Non Plus Ultra'“ und maximal „ca. 200“, ansonsten „ca. 50 bis 100 Personen“ festgestellt worden.

nrwrex zählt nach

Am 27. und 29. Januar 2012 fanden zwei Auftritte des neonazistischen Liedermachers Frank Rennicke in Oberhausen und Dortmund statt. Unter dem Namen „H.E.R.M.“ trat am 10. März „Kategorie C“ in Lemgo auf. Am 24. März traten auf einer Feier anlässlich des neunjährigen Bestehens der „Kameradschaft Hamm“ gleich zwei Liedermacher auf. Bei einem Neonazi-Aufmarsch am 31. März 2012 in Dortmund traten die Bands „Preussenstolz“ und „Oidoxie“ auf. Am 5. Mai spielte „Kategorie C“ auf einen Liederabend in Leverkusen, am 30. Juni gab die extrem rechte Hooligan-Band ein Konzert an einem Ausweichort in Oberhausen, nachdem zuvor zwei Veranstaltungsorte im Raum Paderborn und im Hochsauerlandkreis geplatzt waren. Auf einem Konzert am 7. Juli im Raum Dortmund spielte unter anderem „Oidoxie“. Am 18. August waren dann – ebenfalls im Raum Dortmund – „Libertin“ und „Projekt Vril“ an der Reihe. Am 15. September gestalteten  „Sleipnir“ und „Agharta“ im ostwestfälischen Leopoldshöhe einen Liederabend. Am 22. Oktober trat im Raum Krefeld nach dem „9. Leistungsmarsch des NPD-Landesverbandes NRW“ die Band „Volkstreu“ auf.

Mindestens zwölf Veranstaltungen

Die von der Landesregierung genannte Zahl von acht Events wird also um drei überschritten, die vom Innenministerium erwähnten Auftritte der Bands „Angry Bootboys“ und „Non Plus Ultra“ sind hierbei nicht einmal eingerechnet, womit die Gesamtzahl auf mindestens zwölf steigen würde. Die tatsächliche Zahl extrem rechter Musikveranstaltungen dürfte jedoch noch deutlich höher liegen. Dies trifft insbesondere auf Partys zu, auf denen extrem rechte Musik gespielt wird.

Zur Antwort der Landesregierung auf die „Kleine Anfrage“ geht’s hier.

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