HSK/DO/UN/MK: Rege Aktivitäten westfälischer RechtsRocker

Posted on 20. Februar 2013 von


HOCHSAUERLANDKREIS/DORTMUND/KREIS UNNA/MÄRKISCHER KREIS – Gleich drei jüngst erschienene CDs belegen aktuelle Aktivitäten von Mitgliedern und Ex-Mitgliedern der neonazistischen Bands „Weisse Wölfe“ (Hochsauerlandkreis) und „Oidoxie“ (Dortmund). Nach der Enttarnung des mit der „Oidoxie“-Crew befreundeten „Blood & Honour“-Aktivisten Sebastian Seemann als V-Mann hatte es innerhalb der Szene zunehmend Kritik an den als „hohles Gepose“ gedeuteten Bekenntnissen der beiden Bands zur Terrororganisation „Combat 18“ gegeben. Es wurde ruhiger um „Oidoxie“ und die „Weissen Wölfe“, denen in den letzten Jahren auch zunehmend nachgesagt worden war, ihnen ginge es mehr um Kommerz und ums Feiern als um die „nationale Revolution“. Dies hat aber nicht dazu geführt, dass die Akteure der Bands seitdem untätig geblieben sind.

Brüder im Kampf und Brüder im Glauben“

Mitte Januar vermeldete das Label „Front Records“ die Veröffentlichung der CD „Brüder im Kampf und Brüder im Glauben“, die fünf Lieder von „Oidoxie“ und weitere fünf der „Wutbürger“ enthält. „Oidoxie“ textet in bekannter Manier und mit Blick auf das im August 2012 erfolgte Verbot des „Nationalen Widerstands Dortmund“, mit dessen Aktivisten man zwischenzeitlich wieder Frieden geschlossen hat: „In einer Zeit, in der Verbote regieren und alte Werte zur Hölle fahren, stehn wir wie ein Fels in der Brandung – Tag für Tag. Hoch in Ehren, Vaterland, wir sind bereit zum Gegenschlag.“ Laut Werbung des Labels handelt es sich bei der Band „Wutbürger“ um eine mit „Oidoxie“ „befreundeten neuen Formation“. Außer den üblichen NS-Phrasen enthält die CD ein „Sauflied“, das neben nicht dringend benötigter Einblicke in die neonazistische „Reimkunst“ und Freizeitgestaltung immerhin Auskunft über die Besetzung und Herkunft der „Wutbürger“ geben könnte: „In Schwerte und Iserlohn, da versaufen wir unseren Lohn“, heißt es da. Und: „Der Zappel, der trinkt seinen Whisky und der Steppi sucht nach Frauen. Doch der Klöte ist frustriert, denn er hat noch keinen verhaun.“ „Zappel“ ist der Spitznamen von Dustin Guske, der das Iserlohner Label (nebst Versand) “Brotherhood Records” betreibt, nrwrex berichtete. Er gehört dem nahen Umfeld von „Oidoxie“ an.

Der erste Streich“ und „Waffenbrüder II“

Auch die Akteure der – zumindest früher – eng mit „Oidoxie“ verbandelten Band „Weisse Wölfe“ um ihren Frontmann Stjepan Jus (Arnsberg/Hochsauerlandkreis) und Gitarristen Joachim Eggeling (Lüdenscheid/Märkischer Kreis) blieben nicht untätig. Von beiden sind in den letzten Wochen neue CDs erschienen.

Anfang Februar wurde vom Label „Freiheitsmelodien“ die CD „1. (ST)REICH“ veröffentlicht. „Es ist böse….Um genauer zu sein SEHR BÖSE!“, bewirbt das Label die CD des Projektes „Der böhse Wolf“, hinter dem „der Weisse Wölfe Sänger“, also Stjepan Jus stecke. Die Lieder – schlecht gespielter Rock mit gröhligem Gesang – drehen sich unter anderem um die verhasste „Antifa“ und „kriminelle Straßenbanden“, sich selbst stilisiert die Band im szenetypischen Größenwahn zu „Rebellen der Straße“, die „das ganze Land rocken“ würden.

Vor wenigen Tagen erschien die Split-CD „Waffenbrüder II“ der finnischen Combo „Sniper“ sowie der deutschen Formation „Nordic Wrath“. Bei letzterer handelt es sich um ein Solo-Projekt des „Weisse Wölfe“-Gitarristen Joachim Eggeling. Der Titel der bei „Front-Records“ erschienenen CD bezieht sich auf diejenigen finnischen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg in die Waffen-SS eintraten. Jede der beiden Bands steuerte fünf Lieder für die CD bei, das elfte Lied mit dem Titel „Waffenbrüder“ wurde sowohl in finnisch also auch in deutsch eingesungen, um so den „gemeinsamen Kampf“ in der Waffen-SS aufleben zu lassen.

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