NE: Pro NRW verliert Fraktion in Dormagen

Posted on 21. Januar 2013 von


DORMAGEN – „Pro NRW“ verfügt nicht länger über eine Fraktion im Stadtrat von Dormagen. Der vormalige Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Landesvorsitzende Daniel Schöppe erklärte vor wenigen Tagen seinen Austritt aus der Partei. Schöppe will nun mit dem ex-„pro NRW“-Funktionär Norbert Back die Fraktion „Ein Herz für Dormagen“ gründen.

Bereits Anfang Januar wurde bekannt, dass der „pro NRW“-Ratsherr Stephan Hövels nach Solingen verzogen und dort fortan als „Kreisbeauftragter“ für die rechtspopulistische Partei tätig ist. (NRW rechtsaußen berichtete) „Pro NRW“ fand offensichtlich niemanden, der für die Partei nachrücken wollte. So soll nun Norbert Back Hövels Mandat wahrnehmen. Der „pro NRW“-Vorsitzende Markus Beisicht versucht dies anzufechten. Man habe die Kommunalaufsicht eingeschaltet, da der ehemalige Dormager Fraktionsgeschäftsführer Back seit einiger Zeit kein Parteimitglied mehr sei.

„Etwas ganz Neues“?

Daniel Schöppe gehörte zu den Gründungsmitglieder von „Pro NRW“, zuvor war er für die „Republikaner“ und die „Deutsche Liga für Volk und Heimat“ tätig gewesen. Schöppe, dessen Bruder Bernd für „pro Köln“ im Stadtrat sitzt, blickt also auf eine lange Karriere in der extremen Rechten zurück. Nun verkündete er im Gespräch mit dem „Kölner Stadtanzeiger“, seine neue Fraktion „Ein Herz für Dormagen“ verstehe sich nicht als Abspaltung von „pro NRW“, sondern wolle „etwas ganz Neues“ machen. Er könne sich mit vielem, was „pro NRW“ in den vergangenen Jahren gemacht habe, nicht identifizieren. Es sei abstoßend, dass „pro NRW“ Einzelne durch Kundgebungen vor Moscheen provoziere. Er hingegen respektiere religiöse Menschen. Es seien schließlich die Politiker, die Fehler in der Integrationspolitik begangen hätten, wird Schöppe vom „Kölner Stadtanzeiger“ zitiert. Schöppe wird zeigen müssen, ob ihm die proklamierte Abkehr von der extrem rechten Politik ernst ist.

Dormagen galt als eine „Hochburg“ von „pro NRW“. Bei der Kommunalwahl 2009 erzielte die Partei ein Ergebnis von 4,5 Prozent.

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