UN: Neonazi-Aufmarsch in Bergkamen angemeldet (1 Update)

Posted on 28. November 2012 von


BERGKAMEN (KREIS UNNA) – Neonazis wollen am  8. Dezember in Bergkamen aufmarschieren. Ein von Haltern am See in’s zirka 40 Kilometer entfernte Bergkamen verzogener Neonaziaktivist soll nach Polizeiangaben eine Demonstration „gegen Kinderschänder“ angemeldet haben. Der Aufmarsch soll um 15 Uhr am Busbahnhof Bergkamen starten und mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz enden.

Unklar ist zurzeit noch, welche Neonazi-Struktur hinter der Planung des Aufmarsches steckt. Weder die Partei „Die Rechte“, die über Kreisverbände in den Nachbarstädten Hamm und Dortmund verfügt, noch die NPD Unna/Hamm mobilisieren öffentlich zu der Aktion. Auch das „Freie Netz Kreis Unna“ und andere Gruppierungen aus dem Spektrum der „Freien Kräfte“ im Kreisgebiet äußern sich bis dato nicht. In Haltern am See, dem vormaligen Wohnort des Anmelders, existiert seit einigen Jahre eine aktive Szene „Autonomer Nationalisten“, die sich als Teil der 2010 aufgelösten „Aktionsgruppe Ruhr-Mitte“ verstand und u.a. die „Todesstrafe bei Sexual-, Kindes- und Massenmord“ forderte. Michelle Rethfeld, einer ihrer besonders aktiven Protagonisten, trat zuletzt für den „Kameradschaftsdienst“, einer braunen Sanititätsgruppe, auf.

Kein aktueller Aufhänger erkennbar

Im Ruhrgebiet und im Rheinland haben Neonazis bereits mehrfach vor den Wohnungen mutmaßlicher Sexualstraftäter demonstriert, NRW rechtsaußen berichtete.  Ein diesbezüglicher aktueller Anlass für die Demonstration ist jedoch zurzeit nicht erkennbar. Dass der in Haltern am See geplante Bau einer so genannten Maßregelvollzugsklinik (Forensik) für psychisch kranke StraftäterInnen die Neonazis „inspiriert“ haben könnte, erscheint indes möglich. Halterner BürgerInnen protestieren vehement gegen den Bau. Eine weitere forensische Klinik soll in Lünen, einer Nachbarstadt Bergkamens, entstehen.

Auch die WAZ berichtet heute über den anstehenden Aufmarsch. Zum Artikel geht’s hier.

 

Update (28.11.2012, 17.00 Uhr)

Im Internet wird für den Aufmarsch unter dem Label „DEADLine Gegen Kindesmissbrauch und Pädophile Dreckschweine“ (sic!) auf einer eigens eingerichteten Website geworben. Die Macher behaupten dort, dass es sich bei ihrer Aktion „um eine Veranstaltung von Bürgern für Bürger handelt und es keinen Politischen Hintergrund hat“. (sic!) Der Autor der Texte tritt allerdings unter dem bezeichnenden Namen „deadline88“ auf. Auch wird sich bei der „Dortmunder und Halterner Unterstützung dieses Projektes“ bedankt.

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