BN/S: Teilerfolg für „Raczeks“ vor dem „Burschentag“

Posted on 20. November 2012 von


BONN/STUTTGART – Mit einem Teilerfolg geht die „Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ in den „Außerordentlichen Burschentag“ ihres Dachverbandes („Deutsche Burschenschaft“, DB) an diesem Wochenende in Stuttgart (NRW rechtsaußen berichtete). Die „Raczeks“ hatten beim „Burschentag“ des Jahres 2011 einen Kriterienkatalog für die Aufnahme neuer DB-Mitglieder verabschieden lassen wollen, den Medien damals als Forderung nach Einführung einer Art „Ariernachweis“ interpretiert hatten. Dem am Donnerstag in Stuttgart beginnenden „Außerordentlichen Burschentag“ liegt nun ein neuer Antrag vor, der wichtige Elemente des Kriterienkataloges der Raczeks enthält.

„Deutsche Abstammung“ als Kriterium für Mitgliedschaft

Hintergrund der Auseinandersetzungen ist, dass einige wenige Burschenschaften in den letzten Jahren begonnen haben, in Einzelfällen auch Männer mit Migrationshintergrund als Mitglieder aufzunehmen. Dies widerspricht der burschenschaftlichen Tradition, die seit je „deutsche Abstammung“ als Kriterium für die Mitgliedschaft vorsieht. In dem Bestreben, schon die ersten Ansätze zu einer vorsichtigen Modernisierung des völkischen Abstammungsprinzips in der DB im Keim zu ersticken, hatten die „Raczeks“ für den Burschentag 2011 einen Antrag formuliert, der für sämtliche Mitglieder die „deutsche Herkunft“ in aller Form verpflichtend machen sollte. In der Begründung zu ihrem Antrag hieß es:
„Beispielsweise weist eine nichteuropäische Gesichts- und Körpermorphologie auf die Zugehörigkeit zu einer außereuropäischen populationsgenetischen Gruppierung und damit auf eine nicht deutsche Abstammung hin.“ Nach Bekanntwerden der Formulierung war in den Medien von einem neuen „Ariernachweis“ die Rede; der Antrag musste, um einen allzu großen Image-Schaden von der DB abzuwenden, zurückgezogen werden.

Aufnahmen aus dem „abendländisch-europäischen Kulturkreis“

Ein aktueller Antrag, der dem jetzt bevorstehenden „Außerordentlichen Burschentag“ vorliegt, nimmt die Debatte auf und sucht einen Kompromiss in der DB herzustellen – mit Formulierungen, die zentrale Anliegen der Bonner „Raczeks“ bestätigen. Demnach werde grundsätzlich nur in eine DB-Burschenschaft aufgenommen, wer sich durch „Abstammung als Deutscher auszeichnet“. Für Ausnahmen sollten klare Regeln gelten. So seien „Bewerber nichtdeutscher Abstammung … nur bei vollendeter Assimilation an das deutsche Volk“ aufzunehmen. „Die Feststellung der Vollendung der Assimilation“, die durchaus mehr als einen „tätige[n] Assimilationswille[n]“ voraussetze, obliege „bei Aufzunehmenden mit
Herkunft aus dem abendländisch-europäischen Kulturkreis“ der jeweils aufnahmewilligen Burschenschaft. Eine solche locker-dezentrale Entscheidung könne gestattet werden, weil „die Assimilation naturgemäß dann leichter vonstatten geht, wenn man aus einem Kulturraum kommt, der demjenigen, in den man sich assimilieren möchte, eng verwandt ist“. In derartigen Fällen werde „die Frage der Assimilation“ ohne größere Schwierigkeiten „unstrittig zu klären sein“.

„Aufnahmerat“ zur Feststellung der „Assimilation“

Anders verhalte es sich jedoch bei Bewerbern, deren Herkunft „zumindest teilweise außerhalb des abendländisch-europäischen Kulturkreises“ liege und deren „Beurteilung deutlich schwieriger“ sei. In ihrem Falle müsse „die Feststellung der Assimilation“ zentral geprüft werden. Der Antrag, den die Vorsitzende Burschenschaft – die „Redaria-Allemannia Rostock“ – gemeinsam mit der „Marburger Burschenschaft Rheinfranken“ eingebracht hat, schlägt vor, eigens einen „Aufnahmerat aus je vier Aktiven und Alten Herren“ zu schaffen, dessen Mitglieder „vom Burschentag für vier Jahre“ zu wählen seien. Der „Aufnahmerat“ solle „zügig eine Geschäftsordnung“ erarbeiten, in der „Fristen“ und „Kriterien der Entscheidungsfindung“ festgelegt werden müssten. Diese „Geschäftsordnung“ wiederum sei „vom nächsten Burschentag zu genehmigen“.

In bester Gesellschaft…

Den Mitgliedsburschenschaften der DB, die in den kommenden Tagen in Stuttgart über den Antrag verhandeln werden, gehören NPD-Politiker wie Jürgen Gansel und Arne Schimmer (beide NPD-Abgeordnete im sächsischen Landtag und „Alte Herren“ der „Burschenschaft Dresdensia Rugia zu Gießen“), aber auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer („Münchener Burschenschaft Franco-Bavaria“) und der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Hans-Peter Uhl („Münchener Burschenschaft Arminia-Rhenania“) an.

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