BI: Achte „Ideenwerkstatt“ der „Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld“

Posted on 13. November 2012 von


BIELEFELD – Auf mehreren Rechtsaußen-Portalen im Internet wirbt die „Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld“ für ihre nächste „Ideenwerkstatt“ vom 23. bis zum 25. November. Die „Normannia-Nibelungen“ gehört im politischen Spektrum des ohnehin schon rechtslastigen Dachverbandes „Deutsche Burschenschaft“ (DB) zum ultrarechten Flügel.

Diese politische Ausrichtung zeigt sich nicht nur an den jahrelangen regen Aktivitäten eines ihrer Mitglieder, Hendrik Stiewe, in der RechtsRock-Szene, am Einsatz eines weiteren Mitglieds, Jan Ackermeier, für die extrem rechte „Junge Landsmannschaft Ostdeutschland“, die alljährlich in Dresden einen Neonazi-Aufmarsch organisiert, oder an den Beiträgen mehrerer Mitglieder in verschiedenen Periodika der äußersten Rechten, etwa in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ oder auf dem Internetportal „Sezession im Netz“. Vor allem die Liste der Referenten, die die „Burschenschaft Normannia-Nibelungen“ in den vergangenen Jahren in ihrem Haus auftreten ließ, lässt ihre politische Ausrichtung erkennen: Sie liest sich wie ein „Who is who“ der rechtsintellektuellen Szene.

Einschlägige Referenten

Eingeladen wurden beispielsweise führende Köpfe und Autoren von Projekten wie dem „Institut für Staatspolitik“, dem Internetportal „Blaue Narzisse“ oder der Wochenzeitung „Junge Freiheit“; alle drei werden von Expertinnen und Experten in der Tradition der „Konservativen Revolution“ verortet, einer politischen Strömung aus der Weimarer Republik, die in der Wissenschaft als „Wegbereiterin des Nationalsozialismus“ eingestuft wird. Von der „Burschenschaft Normannia-Nibelungen“ zum Vortrag eingeladen wurde auch der Bibliothekar Johannes Rogalla von Bieberstein, auf dessen Schrift „‚Jüdischer Bolschewismus‘. Mythos und Realität“ sich der damalige CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann in seiner skandalumwitterten, weithin als antisemitisch eingestuften Rede vom Oktober 2003 bezogen hatte, die zu seinem Ausschluss aus der CDU führte. Die Aufzählung einschlägig bekannter Rechtsaußen-Referenten bei den „Normannen-Nibelungen“ ließe sich problemlos verlängern. Bei einer der letzten „Bielefelder Ideenwerkstätten“, deren Funktion offenkundig darin besteht, die rechtsintellektuelle Debatte voranzutreiben, trat etwa mit Odfried Hepp ein ehemaliger Rechtsterrorist auf.

„Bekannte“ Referenten ohne Namen

Für ihre achte „Ideenwerkstatt“ vom 23. bis 25. November, die auf Rechtsaußen-Portalen wie „Sezession im Netz“ oder „Politically Incorrect“ beworben wird, kündigt die „Normannia-Nibelungen“ nun „sechs internationale und bekannte Referenten aus Politik, Wissenschaft und Publizistik“ an. Eine namentliche Nennung unterblieb bislang, wohl auch, weil letztes Jahr eine Referentin ihre Teilnahme absagte, nachdem sie auf den politischen Hintergrund der Bielefelder Burschenschaft hingewiesen worden war (NRW rechtsaußen berichtete). Die Referentin, der die „Normannia-Nibelungen“ zu weit rechts stand, gehört selbst der für ihre rassistischen Kampagnen berüchtigten „Schweizerischen Volkspartei“ (SVP) an.

Reger Austausch mit „Rhenania“, „Germania“ und „Raczeks“

Die „Burschenschaft Normannia-Nibelungen“ steht zur Zeit in besonders regem Austausch mit ultrarechten Burschenschaften aus dem Rheinland. Ihr Mitglied Jan Ackermeier war für das vergangene Wochenende als Referent im Haus der „Burschenschaft Germania Köln“ angekündigt (Thema: „Die Ehrenordnung“), zu dem auch die „Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks zu Bonn“ eingeladen hatte. Für den 12. Januar plant die „Alte Hallesche Burschenschaft Rhenania-Salingia zu Düsseldorf“ einen „Aktivenausflug zum Hermannsdenkmal und den Externsteinen mit Übernachtung“ bei der „Burschenschaft Normannia-Nibelungen“. Das Hermannsdenkmal und die Externsteine sind – als Verkörperung germanischer Mythen – ein beliebtes Ausflugsziel in Kreisen der völkischen Rechten.

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