ST: Neonazis haben für Samstag eine „Gegendemo“ angemeldet

Posted on 12. Oktober 2012 von


EMSDETTEN (KREIS STEINFURT) – Eine am morgigen Samstag in Emsdetten stattfindende antifaschistische Demonstration unter dem Motto „Nazis die Räume nehmen – Keine Toleranz der Intoleranz“  nehmen Neonazis zum Anlass, um sich an einer „Gegendemo“ zu versuchen. Die Polizei bestätigte, dass ihr die Anmeldung einer „Privatperson“ vorliegen würde. Die Rechten würden eine stationäre Kundgebung auf der Wilhelmstraße durchführen wollen. Die „Münstersche Zeitung“ berichtete.

Aktivitäten der lokalen Neonazi-Szene

„Die rechte Szene versucht sich auch in Emsdetten zu organisieren und probiert gerade, Jugendliche für ihre menschenverachtende Ideologie zu gewinnen“, stellt die „Antifa Emsdetten“ in ihrem Aufruf fest. In der zirka 30 Kilometer von Münster entfernt liegenden 35.000-EinwohnerInnen-Stadt kam es in den vergangenen Monaten zu einem Anstieg neonazistischer Aktivitäten. Diese reichten von Propagandaaktionen bis zu gewaltsamen Übergriffen, die sich zumeist gegen linke Jugendliche richteten. In der Nacht auf den 25. Todestag des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß am 16./17. August wurden in der Innenstadt Parolen (u.a. Werbung für den „Nationalen Antikriegstag“) sowie das Konterfei des 1987 durch Selbstmord verstorbenen Heß gesprüht. Auch das Büro der Partei „Die Linke“ wurde mit Farbe beschädigt.

Lose organisiert, aber mit Kontakten

Die rechte Szene in Emsdetten scheint noch lose organisiert zu sein. Sie tritt nicht als organisierte Gruppierung an die Öffentlichkeit. Gleichwohl waren einzelne Neonazis an den Aktivitäten der „Nationalen Sozialisten Münster“ beteiligt. Der Emsdettener Martin Wegerich etwa hielt während des Aufmarsches am 3. März in Münster eine Rede. Die „Nationalen Sozialisten Münster“ und andere Neonazis aus der Region hatten sich Mitte des Jahres in „Netzwerk Münsterland“ umbenannt (NRW rechtsaußen berichtete) und nach den Kameradschaftsverboten ihre öffentliche Präsenz offiziell eingestellt. Zwei Personen, die der Gruppe zugerechnet wurden, erhielten als Mitglieder der „Kameradschaft Hamm“ Verbotsverfügungen. Ihre Wohnungen wurden durchsucht. Ob sie sich an der Kundgebung beteiligen oder ob die lokalen Neonazis unter sich bleiben, wird sich zeigen.

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