HAM: Neuer Ort, neuer Veranstaltungsleiter: Weitermachen wie zuvor?

Posted on 10. September 2012 von


HAMM – Am vorgestrigen Samstag fand in der Gaststätte „Zum Westenkrug“ an der Victoriastraße eine 30-köpfige Veranstaltung der NPD Unna/Hamm statt. An dieser nahmen offenbar auch ehemalige Führungsfiguren und Mitglieder der seit über zwei Wochen verbotenen Neonazi-Gruppierungen „Nationaler Widerstand Dortmund“ und „Kameradschaft Hamm“ teil, unter ihnen Sascha Krolzig, ehemaliger Anführer der verbotenen „Kameradschaft Hamm“, sowie Dietrich Surmann, Alexander Deptolla und Michael Brück, die der Führungsebene des verbotenen „Nationalen Widerstand Dortmund“ angehörten. Der Wirt der Gaststätte sei über den Charakter der Veranstaltung und seine Gäste informiert gewesen, habe die Neonazis aber dennoch gewähren lassen, teilte die Antifaschistische Aktion Hamm in einer Pressemitteilung  mit.

Weitermachen wie zuvor?

Veranstaltungen des NPD-Kreisverbandes Unna/Hamm in enger Kooperation mit der „Kameradschaft Hamm“ und dem „Nationalen Widerstand Dortmund“ sind nicht neu. Bis vor wenigen Wochen fanden diese zumeist im „Nationalen Zentrum“ in Dortmund statt. Doch das „Zentrum“ gibt es seit der polizeilichen Razzia am 23. August nicht mehr, die KS Hamm und der NW Dortmund sind seitdem verboten. Nach der Verfügung des Innenministers ist den genannten Kameradschaften aus Dortmund und Hamm jede weitere Aktivität untersagt, es dürfen auch keine Nachfolgestrukturen aufgebaut werden. Für gemeinsam mit der NPD durchgeführte Veranstaltungen, für die offenbar ein neuer Veranstaltungsort gefunden wurde, scheint sich polizeilicherseits aber offenbar niemand zu interessieren. Sie werden ohne Unterbrechung fortgesetzt.

NPD und „Die Rechte“ als Auffangbecken?

Nach Angaben der NPD Unna/Hamm, deren Vorsitzender Hans Jochen Voß anwesend war und der zu demjenigen Personenkreis zählt, dem am 23. August die Verbotsverfügung des NW Dortmund zugestellt wurde, hat auf der Veranstaltung ein „ausgewiesener Kenner über den türkischen Nationalismus“ referiert. Am Tag zuvor hatte es bereits eine Veranstaltung zu diesem Thema in Oberhausen gegeben. „Dem Publizisten Dominik Schwarzenberger […] gelang es, seinen Zuhörern im Einführungsreferat Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des türkischen Nationalismus nahezubringen“, teilte die NPD Oberhausen später mit.

Doch nicht nur die NPD bietet Möglichkeiten, das Verbot der genannten Kameradschaften zu umgehen. Auch Christian Worch und seine Mini-Partei „Die Rechte“ stehen zur  Verfügung. Nunmehr im dritten Jahr in Folge wollen Neonazis am ersten Oktober-Wochenende in Hamm aufmarschieren. Die Märsche waren stets Teil einer Kampagne der „Kameradschaft Hamm“. Aktuell versuchen Hammer Neonazis, ein Verbot ihres Aufmarsches am 6. Oktober in Hamm dadurch zu verhindern, indem der Anmelder Sascha Krolzig die Rolle des Versammlungsleiter an Worch abtritt und die Demo zu einer Parteiveranstaltung von „Die Rechte“ wird. Siehe hierzu auch den Artikel auf blick nach rechts.

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