MI: Neonazis wegen Falschaussagen verurteilt

Posted on 4. September 2012 von


MINDEN:  Zu Geldstrafen in Höhe von 110, 100 bzw. 90 Tagessätzen á 15 bzw. 10 Euro wurden am gestrigen 3. September  zwei Neonazis aus Dortmund und Gelsenkirchen sowie ein ehemaliger Neonazi vom Amtsgericht Minden wegen uneidlicher Falschaussagen verurteilt. Ein weiterer angeklagter Neonazi aus dem Ruhrgebiet war der Verhandlung unentschuldigt fern geblieben und wird jetzt per Haftbefehl gesucht. Die drei erschienenen Angeklagten zeigten sich geständig. Über die Gerichtsverhandlung berichteten heute das Mindener Tageblatt und die Neue Westfälische.

Hintergrund

Am 22. Dezember 2008 verwarf das Bielefelder Landgericht die Berufungen der drei Neonazis Björn Thom (Dortmund), Matthias Treml (Witten) und Mario Stüber (damals Windeck). Ein vorhergehendes Urteil des Amtsgerichts Minden wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung (Bewährungsstrafen von sieben beziehungsweise acht Monaten sowie Geldstrafen und Sozialstunden) blieb damit bestehen. Die drei Verurteilten waren Teil einer zirka 20-köpfigen Neonazi-Gruppe, die bei der Bahnrückfahrt von einer Neonazi-Demonstration am 24. Februar 2007 in Hildesheim drei Jugendliche angegriffen und ihnen Kopfverletzungen zugefügt hatte, so dass diese im Krankenhaus behandelt werden mussten. Verteidigt wurden Thom, Treml und Stüber damals von den „pro NRW“-Funktionären Markus Beisicht, Judith Wolter und Andre Picker.

Falsche Alibis

Die gestern angeklagten Männer hatten Thom, Treml und Stüber in den Prozessen im Jahr 2007 durch Falschaussagen ein Alibi verschaffen wollen. Neben dem wegen Nichterscheinens des Angeklagten heute abgetrennten Verfahren findet noch ein weiterer Prozess wegen Falschaussage Anfang Oktober 2012 vor dem Landgericht Bielefeld statt. (hiergeblieben.de)

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