D: „Preußische Treuhand“ tagt am morgigen 29. August in Düsseldorf

Posted on 28. August 2012 von


DÜSSELDORF – Die „Vertriebenen“-Organisation „Preußische Treuhand“, die mit Gerichtsprozessen früheres deutsches Eigentum im heutigen Polen in deutschen Besitz zurückklagen will, kündigt für diesen Mittwoch ihre diesjährige „Ordentliche Hauptversammlung“ an. Die Veranstaltung soll im „Hotel Mercure“ am Düsseldorfer Stresemannplatz stattfinden. Dazu eingeladen hat – als Geschäftsführer der „Treuhand“ – der Dortmunder Rechtsanwalt Gerwald Günter Stanko. Stanko hatte noch im Frühjahr den Dortmunder NPD-Stadtrat Axel Thieme vor Gericht verteidigt.

Revanchistische Betrebungen

Die „Preußische Treuhand GmbH & Co. KG a.A.“ ist im Jahr 2000 von „Vertriebenen“-Funktionären gegründet worden. Sie behauptet, die Enteignung der umgesiedelten Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg – etwa im heutigen Polen – sei widerrechtlich gewesen; deswegen müsse das Eigentum jetzt zurückerstattet werden. Ihre Aktivitäten haben in Polen, aber auch in zahlreichen anderen Ländern vor einigen Jahren beträchtliche Proteste ausgelöst und eine Zeitlang sogar die deutsch-polnischen Beziehungen beeinträchtigt. Von der „Preußischen Treuhand“ und ihrem führenden Kopf, Rudi Pawelka aus Leverkusen, distanzierte sich sogar die Präsidentin des „Bundes der Vertriebenen“ (BdV), Erika Steinbach.

Rudi und der Holocaust

Rudi Pawelka, der vom „Haus Schlesien“ in Königswinter aus als Bundesvorsitzender die „Landsmannschaft Schlesien“ führt, gehört bis heute zum rechten Flügel der „Vertriebenen“-Verbände. Erst kürzlich hat er sich über einen angeblichen deutschen „Schuldkomplex“ beschwert und erklärt, Aussagen wie diejenige des SPD-Abgeordneten Gert Weisskirchen, der Holocaust sei „eingebrannt in den Namen Deutschland“, trügen „teilweise auch pathologische Züge“. Sie seien „eine deutsche Krankheit, in der man auch den Schlüssel für viele unverständliche Entscheidungen findet“. Dazu gehöre, dass „die Sieger des Zweiten Weltkriegs in Deutschland als Befreier propagandistisch verklärt“ würden und deshalb „aufklärende Beiträge über die Verfälschungen der Geschichte … fast nur noch aus dem Ausland“ kämen. „Die Gralshüter deutscher Schuldgesinnung“ sähen „in dem Hinweis auf deutsche Opfer einen Angriff auf das deutsche Schulddogma“. Pawelka fordert: „Es gilt, das Dunkel des Vergessens zu lüften.“ In diesem Kontext steht die praktische Tätigkeit der von ihm mit aufgebauten „Preußischen Treuhand“, die einstigen deutschen, nach dem Zweiten Weltkrieg rechtmäßig enteigneten Besitz nicht nur dem Vergessen, sondern auch Polen entreißen will.

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