KO: Neonaziaufmarsch in Koblenz und ABM-Prozessbeginn

Posted on 20. August 2012 von


KOBLENZ – Lediglich knapp 200 Neonazis nahmen am Samstag anlässlich des bevorstehenden Prozesses gegen 26 Mitglieder bzw. Unterstützer des neonazistischen „Aktionsbüros Mittelrhein“ in Koblenz an einem Aufmarsch unter dem Motto „Weg mit § 129 StGB – Freiheit für alle politischen Gefangenen!“ teil. Am heutigen Montag folgte der Prozessbeginn. Unter den Angeklagten befinden sich auch mehrere Neonazikader aus NRW, beispielsweise der Düsseldorfer Sven Skoda.

Von Doktrinen und Doktorinnen

„Etwa 170 – 200 Teilnehmer sind nun am Demostartpunkt, es geht gleich los“, vermeldet der zumeist vom Dortmunder Michael Brück gespeiste „dortmundticker“ des „Nationalen Widerstands Dortmund“ kurz vor Beginn des Aufmarsches, um dann etwas mehr als zweieinhalb Stunden später die Auflösung der trotz GegendemonstrantInnen angeblich „störungsfreien Versammlung“ bekanntzugeben. Brück selber war auch einer der sieben Neonazis, die zuvor zum Mikro gegriffen hatten bzw. greifen durften. Neben ihm redeten Anmelder Christian Worch, die stellvertretenden rheinland-pfälzischen NPD-Landesvorsitzenden Markus Walter und Safet Babic sowie der stellvertretende Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Mettmann/Düsseldorf, Manfred Breidbach. Peter Salber von der „Kameradschaft Aachener Land“ durfte eine Grußbotschaft des inhaftierten Neonazis Denis Unruh aus Düren verlesen und Matthias Deyda aus Dortmund bemühte sich mehr schlecht als recht, das Manuskript des erkrankten JN-Bundesvizes Andy Knape vorzulesen, wobei aus „Doktrin“ mal eben eine „Doktorin“ wurde.

NPD-Landesvorstand NRW nicht vor Ort

Mitglieder des nordrhein-westfälischen NPD-Landesvorstandes wurden vor Ort nicht gesichtet, dafür ließ es sich aber der NPD-Vorsitzende des Kreisverbandes Unna/Hamm, Hans Jochen Voß, nicht nehmen, am Aufmarsch teilzunehmen.  Sein Landesvorsitzender, Claus Cremer, machte sich hingegen offenbar erst gestern Abend auf die Reise nach Koblenz, glaubt man seiner Twitter-Meldung, er sei „auf dem Weg zum Politprozeß nach Koblenz zur Solidarisierung mit den staatlich verfolgten und inhaftierten Aktivisten“.

Weitere Informationen zum Koblenzer Aufmarsch liefert der blick nach rechts.

Der Prozessauftakt

Umfangreiche Liveeindrücke vom ersten Prozesstag lieferte heute die Rhein-Zeitung, die vorläufig abschließend um 16.40 Uhr meldete: „Der Prozesstag ist für heute beendet – und es ist nicht einmal zur Verlesung der Anklage gekommen“. Ein zusammenfassender Bericht der Rhein-Zeitung findet sich hier.

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