DU: „Flaggschiff D“ auch in Duisburg? (ergänzt)

Posted on 18. Juli 2012 von


Duisburg – „Nicht mehr lange und ich werde die ‚Deutschlandfahrt‘ auch 2-3 Tage als Redner begleiten“, freute sich gestern der nordrhein-westfälische NPD-Vorsitzende Claus Cremer. „Über vier Wochen hinweg“ wollen „Vertreter des NPD-Parteivorstandes mit Kundgebungen Halt in zahlreichen Großstädten machen, um Flagge für ein besseres Deutschland zu zeigen“. Ab übermorgen hat sich die NPD in NRW angekündigt.

Inaktive NPD vor Ort

Ein Blick auf die „Weltnetzseite“ der NPD Duisburg ist wie ein Blick in einen leeren Kühlschrank. Berichte mit Lokalbezug? Fehlanzeige! Die Mitte des letzten Jahrzehnts noch recht agile NPD vor Ort scheint seit längerer Zeit im Tiefschlaf zu liegen. Und auch der letzte Aufmarsch der NPD in Duisburg liegt bereits zweieinhalb Jahre zurück, organisiert vom NPD-Landesverband und mit ausschließlich auswärtigen Rednern, unter ihnen auch der zwischenzeitlich aus der Neonazi-Szene ausgeschiedene Axel Reitz.

Räder müssen rollen…

Glaubt man den Verlautbarungen eines niederrheinischen NPD-Akteurs, so wird am Nachmittag des 23. Juli erneut auswärtiger NPD-Besuch in die fünftgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens rollen. Das bereits lädierte „Flaggschiff D“ – der NPD-Propaganda-LKW – will demnach auf seiner „Deutschlandfahrt“ wenige Fußminuten vom Duisburger Hauptbahnhof entfernt in der Fußgängerzone in Stellung gehen. Dass die offenbar geplante Kundgebung hier allerdings tatsächlich stattfinden wird, wurde bisher weder von der NPD offiziell angekündigt noch von polizeilicher Seite bestätigt. Und die Duisburger NPD – sofern überhaupt ansprechbar – dürfte erst gar nicht gefragt worden sein. Mit mehr als einem bis maximal zwei Dutzend NPD-Anhängern ist ohnehin nicht zu rechnen. Um große Teilnehmerzahlen scheint es der „Flaggschiff D“-Besatzung nicht zu gehen, eher schon um einen gesicherten Rückzug. In Lüneburg ging die Besatzung schon nach zehn Minuten von der Fahne. Aufgrund von Gegenprotesten beendete sie vorzeitig ihre Veranstaltung, um sich fluchtartig zurückzuziehen. Dennoch habe man bereits „viele Bürger“ erreichen können, so der NPD-„Amtsleiter Öffentlichkeitsarbeit“, Jörg Hähnel, in einer Pressemitteilung. Diese hätten „auf den Kundgebungsplätzen hautnah“ miterleben können, „daß die Rabauken nicht in den Reihen der Nationaldemokraten, sondern bei den Gegendemonstranten zu suchen sind“.

Bielefeld, Münster, Dortmund, Bochum, Duisburg, Köln…

Duisburg wäre die sechste bekannt gewordene NRW-Stadt, die das „Flaggschiff D“ ansteuern möchte. Bereits von Beginn an wurde – aufgrund des dortigen Kommunalwahlkampfs – erwartungsgemäß Dortmund als Zielort bekannt gegeben. Hinzu kommen Köln und – wie die NPD gestern und heute bekannt gab – Bochum sowie für Freitag Bielefeld und Münster. Ob es dabei bleiben wird, ist fraglich. Denn erst Mitte nächster Woche geht es dann weiter „in den Südwesten und Süden unseres Landes“.

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