Presseschau: Die Zündler von „pro NRW“

Posted on 9. Mai 2012 von


KÖLN – Wohl noch nie in der Geschichte von „pro NRW“ ist eine Aktion der extrem rechten Partei von den Medien so intensiv beobachtet worden wie ihre Anti-Islam-Kundgebung am Dienstag in Köln-Ehrenfeld. Parteichef Markus Beisicht würde wohl sagen, die mediale Schweigespirale sei durchbrochen worden. Ob dies der Partei, der NRW-Innenminister Ralf Jäger vorhielt, „geistige Brandstiftung“ zu betreiben, zum Vorteil gereicht, darf aber bezweifelt werden.

Einige Links zur aktuellen Berichterstattung:

  • Liveticker zur Ehrenfelder Aktion boten der Kölner Stadt-Anzeiger und der Express an:

http://www.ksta.de/html/artikel/1336138642221.shtml

http://www.express.de/koeln/salafisten-diesmal-harmlos-polizei-verhindert-gewalt-bei-pro-nrw-kundgebung,2856,15199940.html

  • Zusammenfassende Beiträge gab es unter anderem bei der Zeit, der Welt, der taz und beim Focus:

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-05/koeln-salafisten-pro-nrw

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-05/pro-nrw-mohammed-karikaturen

http://www.welt.de/politik/deutschland/article106274042/Polizei-findet-Steine-und-Messer-bei-Salafisten.html

http://taz.de/Salafisten-und-Pro-NRW-in-Koeln/!93005/

http://www.focus.de/politik/deutschland/tid-25733/schwere-panne-bei-pro-nrw-kundgebung-mutmasslicher-hintermann-der-bali-anschlaege-trickst-polizei-aus_aid_749546.html

Hochaggressiver Wahlkampf

Der Focus beschäftigt sich ausführlicher mit „pro NRW“-Chef Markus Beisicht, der „mit den Gewaltexzessen der vergangenen Tage einen kruden Wahlkampf“ betreibe. „Beisicht, Vorsitzender der rechtsextremistischen Partei Pro NRW, gerät an diesem Dienstagnachmittag richtig in Fahrt. Je kritischer die Journalistenfragen, desto lauter bellt der Initiator der umstrittenen Anti-Islam-Kampagne im Schatten der großen neuen Moschee in Köln-Ehrenfeld in die Mikrofone. Seit Wochen führt der Rechtspopulist einen hochaggressiven Wahlkampf in Nordrhein-Westfalen. Mit den Mohammed-Karikaturen des Dänen Kurt Westergaard heizt er die Stimmung gegen die Muslime an Rhein und Ruhr an. Auf ihre Kosten sucht Beisicht die Ein-Prozent-Hürde – die ihm den Zugang zu den staatlichen Wahlkampferstattungstöpfen sichert – kräftig zu toppen, um damit das Überleben der Rechtsaußen zu sichern.“

  • Kommentierend geht das Neue Deutschland auf die „pro NRW“-Aktionen ein:

„Für pro NRW sind die Salafisten quasi ein Glücksfall. Ein Haufen intoleranter, engstirniger Fanatiker, die über das Stöckchen springen, das ihnen hingehalten wird. Das Problem für die Rechtspopulisten allerdings: Auch sie erscheinen als genau die kleine Schar intoleranter, engstirniger Fanatiker, die sie sind. Das Gute für alle halbwegs emanzipatorischen Menschen: Beide Seiten entlarven sich von selbst.“

http://www.neues-deutschland.de/artikel/226384.selbstentlarvung.html

  • Im Vorfeld der Veranstaltung am Dienstag befand Klaus Staeck, der Präsident der Akademie der Künste, in einem Interview, „pro NRW“ missbrauche im Streit über die Mohammed-Karikaturen die Kunstfreiheit. Er schlug vor, mit den juristischen Mitteln des Urheberrechts gegen die „Pro-Bewegung“ vorzugehen:

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1750677/

„Rechtsgewirkte Wirrköpfe“

Genau dies will offenbar Kurt Weestergard, der Zeichner jener Karikaturen, jetzt tun. Er klagte in einem Interview unter anderem mit der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau über die missbräuchliche Verwendung seiner Zeichnungen. „Das geschieht unter meinem schärfsten Protest“, sagte er zum Einsatz seiner Karikaturen durch „pro NRW“. Er lehne es strikt ab, mit einer politischen Partei oder Bewegung in Verbindung gebracht zu werden. Den Dänischen Journalistenverband habe er gebeten, gegen die missbräuchliche Nutzung seines Namens und seines Werks vorzugehen. „Aber ich kenne diese rechtsgewirkten Wirrköpfe, so etwas wie Copyright ist denen doch vollständig gleichgültig.“ Auch wegen der Erlaubnis zur Vergabe eines „Kurt Weestergard-Preises“, den „pro NRW“ nach eigenen Angaben vergeben hat, ist er nach eigenen Angaben nie befragt worden: Er hätte eine solche Erlaubnis „auch niemals gegeben. Auch dagegen habe ich aufs Schärfste protestiert. Aber geantwortet hat man mir nicht“. Das Interview:

http://www.berliner-zeitung.de/neue-rechte/missbrauch-der-mohammed-karikaturen–unter-meinem-schaerfsten-protest-,10911114,15202964.html

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