NE: Der „pro NRW”-Funktionär und das Neonazi-Portal

Posted on 15. April 2012 von


DORMAGEN – „Pro NRW“ sei nur in einem Punkt radikal: „nämlich in der Ablehnung des Extremismus von rechts und links“. Markus Beisicht, Chef der selbst ernannten „Bürgerbewegung“, baut diese Floskel regelmäßig in seine öffentlichen Äußerungen ein. Bei einem seiner Parteifreunde scheint die Parole noch nicht wirklich angekommen zu sein – nicht einmal in Wahlkampfzeiten, in denen man sich besonders „rechtsdemokratisch“ geläutert präsentieren will.

Norbert Back, Bezirksvorsitzender der Partei am Niederrhein, fällt ab und an durch seine grammatisch wie inhaltlich recht eigenwilligen Äußerungen auf der Internetseite von „pro NRW“ in Dormagen auf. Seit Samstagabend ist dort ein kurzer Beitrag zu finden – ein, wie Back in der Überschrift festhält, „kleiner Hinweis zur sogenannten Protestpartei ,Piraten’“. „Wir wollen Ihnen hier nur einmal einen kleinen Hinweis geben was Sie in Zukunft zu erwarten haben. Was aber am wenigsten in den Medien zu diesen Personen erzählt oder geschrieben wird“, notiert Back.

Verweis zu „Altermedia“

Der Mühe, sich selbst mit den „Piraten“ auseinanderzusetzen, unterzieht er sich nicht. Stattdessen verlinkt Back zu einem Beitrag unter der Überschrift „,Die Piraten’ – Erschreckende Wahrheiten, die JEDER kennen sollte“. Zu finden ist dieser Text auf der Internetseite „Altermedia“, einem der führenden Web-Portale der Neonaziszene in der Bundesrepublik. Einer ihrer bisherigen Betreiber wurde unlängst unter anderem wegen Volksverhetzung zu einer 30-monatigen Haftstrafe verurteilt.

Empfehlenswert

Forderungen der „Piraten“ zur Familienpolitik werden in dem Beitrag als „krank“ und „gegen alle Naturgesetze“ bezeichnet. Und auch eine Prise Antisemitismus darf in den Text nicht fehlen: „Ob das mediale Hofieren dieser Partei damit zu tun hat, daß es sich bei der Geschäftsführerin Marina Weisband um eine bekennende Jüdin gehandelt hat, mögen an dieser Stelle Andere entscheiden.“ Die Autoren des Beitrags stammen offenbar aus dem Umfeld des „Fränkischen Heimatschutzes“, einer Gruppe, die vom Bayerischen Verfassungsschutz als neonazistisch eingestuft wird. Was sie schreiben – „pro NRW“-Funktionär Back hält es für empfehlenswert. (rr)

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