NRW: „Die Freiheit“ hat sich übernommen

Posted on 11. April 2012 von


DÜSSELDORF – Die im rechtspopulistischen Wählersegment um Unterstützung buhlende Partei „Die Freiheit“ hatte in Konkurrenz zu „pro NRW“ ebenfalls an der Landtagswahl in NRW teilnehmen wollen – sich aber beim Sammeln der Unterstützungsunterschriften gehörig übernommen.

Ein außerordentlicher Parteitag der „Freiheit“ hatte am 25. März den Wahlantritt beschlossen. Mit den vorgezogenen Landtagswahlen am 13. Mai stehe der Partei „die erste Bewährungsprobe bevor“, hieß es in einem Unterstützungsaufruf. Die Wahl sei für die Partei „erstmals die historische Chance, UNS als Partei positiv für die Menschen in Nordrhein-Westfalen einzusetzen“.

Unterstützer Mangelware

1.000 Unterstützungsunterschriften mussten bis gestern beigebracht werden. An Mitglieder und Unterstützer appellierte die Partei: „Fragt im Familien- und Freundeskreis, sprecht mit Arbeitskollegen und geht auf die Straße. Unser Landesverband NRW hat mehr als 300 Mitglieder. Wenn jedes Mitglied nur vier Unterstützungsunterschriften einsammelt, haben WIR die Möglichkeit, in den Düsseldorfer Landtag einzuziehen.“

Dilettantische Fehler

Doch an der Hürde der Unterstützungsunterschriften scheiterte das Vorhaben bereits. Beim persönlichen Sammeln der Unterschriften begingen deren Funktionsträger nach Informationen von „NRW rechtsaußen“ bereits dilettantische Fehler. Und auch über eine eigene Internetseite verfügt der Landesverband nicht, sodass schließlich die niedersächsischen Parteifreunde den Unterstützungsaufruf für ihre nordrhein-westfälischen Kollegen veröffentlichten. Kurz vor Toresschluss – bei der Landeswahlleiterin mussten die Unterschriften am 10. April eingereicht sein – wurde am 5. April auch per Facebook mit dem vom Landesvorsitzenden Reinhard Fiala* aus Herne unterzeichneten Aufruf für die Kandidatur geworben: „Jetzt können alle aus der Region, die schon so oft angefragt haben, wie man denn tätig werden kann, einen kleinen aber wichtigen Beitrag leisten.“

„Unfähigkeit in Reinform!“

Es kam, wie es wohl kommen musste. Zeit und Personenpotenzial der Partei reichten nicht (mehr). Manche Facebook-Kommentatoren befielen gar Zweifel, ob es die Partei mit dem späten öffentlichen Aufruf überhaupt ernst meinte: „Soll hier lediglich der Form genüge getan werden? Eine Aufbruchstimmung für einen der wichtigsten Wahlkämpfe überhaupt sieht anders aus.“ Ein User aus Parteikreisen verbreitete Durchhalteparolen: „Wer wirklich seinen Beitrag leisten will, für den sollten die verbleibenden 5 Tage (von denen sogar mehrere Feiertage sind) doch durchaus reichen.“ Unterm Strich blieb aber das Fazit eines anderen Kommentators. Er bemängelte, dass man „auf eurer Webseite aber auch rein gar nichts zur anstehenden NRW-Wahl findet, kein Aufruf, nichts…. Nichmal hier auf Facebook wird bspw. in Form der Header-Grafik darauf aufmerksam gemacht. Das ist Unfähigkeit in Reinform!“

Absage per Fax an die Wahlleiterin

Entsprechend fiel das Ergebnis aus: „Die Freiheit“ wird bei der NRW-Wahl nicht auf den Stimmzetteln stehen. Landeschef Fiala faxte am Dienstag an die Landeswahlleiterin: „Hiermit ziehe ich den Antrag sich für Landesliste NRW 2012 zu bewerben zurück, weil wir die notwendigen 1000 Unterstützungsunterschriften nicht zusammen bekommen haben.“ (ts)

* https://nrwrex.wordpress.com/2011/12/18/nrw-%e2%80%9edie-freiheit-wahlt-neuen-landesvorstand/

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