NRW: „Pro NRW“ auch finanziell nicht attraktiv für „Republikaner“

Posted on 3. April 2012 von


LEVERKUSEN – Still ist es geworden um die Bemühungen von „pro NRW“, zu einer Annäherung an die „Republikaner“ mit dem Ziel einer Kooperation oder gar Fusion pünktlich zur Europawahl 2014 zu gelangen. Das könnte auch finanzielle Hintergründe haben.

Wer letztlich dafür verantwortlich ist, dass die bisher geführten Gespräche nicht zu greifbaren Ergebnissen geführt haben, lässt sich nicht sicher feststellen. Aus der Perspektive der „Republikaner“ gibt es einige Gründe, die gegen eine engere Kooperation sprechen:

  • Nach dem Wegfall der Fünf-Prozent-Hürde für die nächste Europawahl besteht aus der Perspektive mancher Funktionäre von Parteien rechts der Union keinerlei Notwendigkeit mehr, sich auf einen gemeinsamen Wahlantritt zu verständigen. Theoretisch könnten es auch die REP alleine und auf sich gestellt schaffen, einen Abgeordneten nach Straßburg bzw. Brüssel zu entsenden.
  • Die REP werden derzeit von den Verfassungsschutzbehörden nicht mehr als rechtsextrem eingestuft. Bei einer allzu engen Anlehnung an „pro NRW“ könnte das wieder anders werden.
  • Vorbehalte dürfte es auf Seiten der „Republikaner“ nach wie vor gegen wichtige Teile des „pro NRW“-Personals geben. Das betrifft nicht nur die Ex-NPD- und Ex-DVU-Mitglieder, die bei der angeblichen „Bürgerbewegung“ angeheuert haben. Dabei geht es womöglich auch um „pro“-Chef Markus Beisicht selbst, mit dem die REP-Spitze in der Vergangenheit manchen Strauß ausgefochten hat.

5.959 zu 916

  • Bei Wahlen befinden sich die „Republikaner“ zwar auf dem absteigenden Ast. Ihre Mitgliederzahl liegt aber immer noch um ein Vielfaches höher als die von „pro NRW“. Nach offiziellen Angaben beider Parteien in ihren Rechenschaftsberichten zählten die „Republikaner“ Ende 2010 genau 5.959 Mitglieder, bei „pro NRW“ waren es gerade einmal 916. Selbst wenn man weitere Mitglieder von „pro Deutschland“ (Ende 2010 waren es 256) oder von „pro Köln“ (die Zahl ist nicht bekannt) berücksichtigt, ändert sich an diesem Verhältnis grundsätzlich nichts. Angesichts der bei „pro NRW“ verbreiteten Neigung, die eigene Bedeutung drastisch übertrieben darzustellen, wäre bei den „Republikanern“ die Sorge, vom kleineren „Partner“ majorisiert zu werden, verständlich.
  • Auch finanziell sind die „Republikaner“ verglichen mit „pro NRW“ immer noch ein Krösus. Immerhin knapp 4,3 Millionen Euro nahmen sie 2010 ein („pro NRW“: 274.000 Euro). Davon stammten dank der REP-Ergebnisse bei der Europawahl 2009 sowie bei den Landtagswahlen in Bayern und Baden-Württemberg rund 1,3 Millionen Euro aus staatlichen Mitteln („pro NRW“: 89.000 Euro). Die Ausgaben betrugen 4,4 Millionen Euro („pro NRW“: 423.000 Euro). Ende 2010 verfügten die REP über Geldbestände von 410.000 Euro („pro NRW“: knapp 6000 Euro). Besonders auffällig: die ungesunde Finanzstruktur bei der angeblichen „Bürgerbewegung“*: Bei Gesamteinnahmen von nur 274.000 Euro erwirtschaftete sie im vorletzten Jahr ein Defizit von immerhin knapp 150.000 Euro. Ein finanzieller Anreiz für „Republikaner“, mit „pro NRW“ näher anzubandeln, ist das sicher nicht. (rr/ts)

* https://nrwrex.wordpress.com/2012/03/27/nrw-%e2%80%9epro-nrw-2010-tief-in-den-roten-zahlen-rechenschaftsbericht-veroffentlicht/

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