W: 90 Neonazis bei Kundgebung in Barmen

Posted on 25. März 2012 von


WUPPERTAL – Rund 90 Neonazis nahmen am Samstag an einer Kundgebung der Szene in Wuppertal-Barmen teil. Gedacht war die Veranstaltung als Teil eines „bundesweiten Aktionstages“, der sich gegen die Inhaftierung von 23 Neonazis richten sollte, darunter mit Axel Reitz, Paul Breuer und Sven Skoda auch drei führende Vertreter der Szene aus NRW.

Unterstützung erhielten die NRW-Neonazis, deren stationäre Kundgebung neben dem Bahnhof in Wuppertal-Barmen stattfand, durch Christian Worch aus dem mecklenburgischen Parchim. Außer ihm sprachen Kevin Koch aus Wuppertal, der Düsseldorfer NPD-Funktionär Manfred Breidbach, Christoph Drewer und Michael Brück aus Dortmund sowie ein Neonazi aus Pulheim bei Köln.

„Plutokratendiktatur“

Faible für Braunes: Manfred Breidbach

Faible für Braunes: Manfred Breidbach

Manfred Breidbach, stellvertretender Kreisvorsitzender der NPD in Düsseldorf/Mettmann, nannte die Bundesrepublik ein „Scheiß-System“ und eine „Plutokratendiktatur“. Er empfahl den „Kameraden“, in ihrem jeweiligen Umfeld „aktiv“ zu werden. Die „Führungsriege des Staates“ eignet sich dabei seiner Einschätzung zufolge dafür weniger. Die „Top-Politiker“ würden schließlich „in speziell abgesicherten Villen mit Sicherheitsdienst und schusssicheren Fenstern“ leben. Breidbach: „Aber die zweite und dritte Garde dieses Staates, die Landespolitiker, die Staatsanwälte, die Richter, die die Haftbefehle für unsere Kameraden unterschreiben, die leben nicht so abgesichert, die sind oft unsere Nachbarn vom Reihenhaus nebenan, die man beim Einkaufen trifft.“ Da habe man „die Möglichkeit, auf sie einzuwirken, sie anzusprechen und ihnen zu sagen, was wir von ihnen halten“. Der Kreativität des Einzelnen seien keine Grenzen gesetzt. „Alles in legalem Rahmen“, fügte Breidbach, der andeutete, dass er seinen Redebeitrag zuvor juristisch hatte überprüfen lassen, eilig hinzu.

Opernhaus mit guter Akustik

Gegen die Neonazi-Kundgebung protestierten in Barmen lautstark rund 300 Bürger. Einen ebenso lautstarken Beitrag leisteten die Wuppertaler Bühnen, wie die Westdeutsche Zeitung berichtete*: „Vom Opernhaus wurde der Bahnhofsplatz in großer Lautstärke mit klassischer Musik beschallt und die Menschrechte verlesen. So übertönten sie zumindest teilweise die Parolen der Rechtsextremen.“

Kleinere Aktionen von Neonazis mit einem Bezug zu den Festnahmen im Rheinland sollen am Samstag auch in Minden, Essen, Dortmund und Meckenheim stattgefunden haben. (ts/rr)

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