HS: Neonazis mahnwachten in Erkelenz und Heinsberg (ergänzt)

Posted on 24. März 2012 von


ERKELENZ/HEINSBERG – Im Vorfeld der fremdenfeindlichen Aufmärsche in Stolberg* haben Neonazis am Samstag in Heinsberg und Erkelenz „Mahnwachen“ abgehalten, um für die beiden Aufmärsche im April zu werben. Angeblich wollen sie so an einen von einem Migranten erstochenen Heranwachsenden erinnern. In beiden Städten kam es zu Gegenprotesten.

Seit 2008 finden die „Trauermärsche“ regelmäßig im April in Stolberg statt, wo in der Nacht vom 4. auf den 5. April 2008 ein zur Tatzeit 18-jähriger Migrant im Streit einen 19-jährigen Berufsschüler aus Eschweiler erstach. In diesem Jahr wollen Neonazis am 4. April eine Kundgebung am Tatort und einen „Fackelmarsch“ abhalten. Ein „Großaufmarsch“ soll dann an Ostersamstag, 7. April, in Stolberg stattfinden. Erwartet werden abermals mehrere hundert Neonazis aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden.

Die Mobilisierung zu den Aufmärschen in der Region wird nicht nur von „Mahnwachen“ begleitet, sondern ebenso von umfangreichen Aufkleber- und Sprühaktionen. So fanden schon eine Reihe illegaler Sprüh- und Plakataktionen statt, unter anderem an verschiedenen Schulen in der Region.

Dritte Aktion abgesagt

In Heinsberg hielten am Samstag zwischen 10 und 11 Uhr insgesamt zwölf Neonazis die „Mahnwache“ auf dem Markt ab. Ihre Aktion beschränkte sich auf das Zeigen eines Transparentes und das Verteilen von Flugblättern an Passanten. Rund 70 Gegendemonstranten stellten sich dem braunen Spuk in Heinsberg entgegen, unter den Nazigegnern waren auch die Bürgermeister von Waldfeucht, Heinz-Josef Schrammen, und Heinsberg, Wolfgang Dieder.

In Erkelenz marschierte der Neonazi-Tross, unterdessen auf rund 15 „Kameraden“ angewachsen, dann gegen Mittag auf dem Marktplatz auf. Auch dort wurden die Neonazis von rund 100 Gegendemonstranten erwartet und mit Anti-Nazi-Songs beschallt. Unter den Nazigegner befand sich auch der Erkelenzer Bürgermeister, Peter Jansen.

Eine „Mahnwache“ am Samstagnachmittag in Jülich sagten die Neonazis kurzfristig ab, weil sie mit einem unterdessen auf rund 25 „Kameraden“ angewachsenen Tross gegen 13.30 Uhr zu einem Aufmarsch in Wuppertal** weiterfahren wollten. (mik)

* https://nrwrex.wordpress.com/2012/03/18/acdn-haller-klagt-im-vorfeld-der-stolberg-demos-uber-%e2%80%9everluste/

** Ein Bericht über die Neonazi-Veranstaltung in Wuppertal hier: https://nrwrex.wordpress.com/2012/03/22/w-neonazi-kundgebung-in-barmen/.

  • (Ergänzung, 28. März:) Einen ausführlicheren Bericht zum Thema gibt’s bei der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln:

http://www.mbr-koeln.de/2012/03/27/mahnwachen-von-neonazis-in-erkelenz-und-heinsberg/

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