UN/HAM: Die NPD und ihre rechts-„autonomen“ Freunde

Posted on 6. März 2012 von


UNNA/HAMM – Von einer Zusammenarbeit mit „parteifreien“ Neonazis will sich die NPD Unna/Hamm offenbar partout nicht abbringen lassen – egal was Parteichef Holger Apfel sagt.

Mit einem Leitfaden will die neue NPD-Spitze regeln, wie sich die Zusammenarbeit mit „parteifreien“ Neonazis in den kommenden Jahren gestalten soll.* „Seriöse Radikalität“ hat der neue NPD-Vorsitzende Apfel auf seine Fahnen geschrieben. Dazu passt nicht recht, mit ausnahmslos allen gemeinsam auf die Straße zu gehen, die heutzutage wahlweise als „Freie Kameradschaft“, „Autonome Nationalisten“ oder „Freies Netz“ unterwegs sind. Neonazis, die öffentlich kundtun, man möge doch Linken die Schädeldecke einschlagen und Ausländer „plattmachen“, die bei ihren Demonstrationen lauthals den „Straßenkampf“ oder einen „Terror von Rechts“ fordern, die passen nicht ins angestrebte Bild einer angeblichen Seriosität.

Apfels Abstandsgebot

Schon vor seiner Wahl zum Parteivorsitzenden und beim Parteitag im vorigen November selbst hatte Apfel, der als Vorsitzender die NPD-Fraktion im sächsischen Landtag führt, durchblicken lassen, dass zum Beispiel zur „Kameradschaft Hamm“ sowie zu dem Pulheimer Neonazi Axel Reitz und seinem Gefolge Abstand gewahrt werden solle.**

Hans-Jochen Voß, den Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Unna/Hamm, tangiert das wenig. Unverdrossen nimmt er an Demonstrationen teil, die von der Hammer Kameradschaft mitgestaltet oder vorbereitet werden und bei denen Reitz als Redner angekündigt ist – zuletzt am vorigen Wochenende in Münster, davor im Februar in Soest.

„Parteipolitischer Arm“

Ausführlich öffentlich geäußert hat sich Voß in dieser Angelegenheit – soweit bekannt – noch nicht. Stattdessen meldete sich heute Dr. med. Günther Hartwig, Listen-Fünfter der NPD bei der Landtagswahl 2010 in Nordrhein-Westfalen und – obwohl in Ostwestfalen beheimatet – Mitglied des NPD-Kreisverbands Unna/Hamm, zu Wort. Die NPD solle sich „auch als der parteipolitische Arm“ rechts-„autonomer“ Strukturen verstehen, empfahl er gar. Hartwig: „Auch wenn einige in der Sachsenfraktion hier vielleicht andere Vorstellungen haben, denke ich, dass wir nur in der Zusammenarbeit mit freien und autonomen Strukturen auch als Partei eine Chance haben werden.“

„Sachsen nicht der Nabel der Welt“

Vor Ort arbeite die NPD gut mit „freien Strukturen“, z. B. aus Dortmund und Hamm, zusammen. Davon werde man sich „auch nicht von jemand abbringen lassen, der vielleicht ein politisches Amt in der Partei in Sachsen innehat“, erklärte Hartwig, ohne genau mitzuteilen, wen er mit seinem Seitenhieb meint. Sachsen sei, so befand der geografiekundige Mediziner jedenfalls, „nicht der Nabel der Welt und auch nicht der Nabel der Partei, wenn auch ein starker Arm“. (ts)

* http://www.bnr.de/artikel/hintergrund/absage-an-den-narrensaum

** https://nrwrex.wordpress.com/2011/10/20/brd-holger-apfel-die-npd-und-%e2%80%9eeinige-wenige-idioten%e2%80%9c-aus-nrw/

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