DO: Neonazis wollen für ihr „Nationales Zentrum“ demonstrieren

Posted on 3. März 2012 von


DORTMUND – Dortmund wird nach Lage der Dinge wohl drei größere Neonazi-Demonstrationen in diesem Jahr erleben: neben denen am 1. Mai und am ersten Septemberwochenende eine weitere am Samstag, 31. März.

Dass für diesen Tag eine Veranstaltung der Szene angemeldet war, konnte man Dortmunder Medien in den letzten Wochen bereits entnehmen (wir berichteten im Januar). Worum es an diesem Tag gehen soll und was genau geplant ist, verrieten die „Autonomen Nationalisten“ nun am Freitag auf ihrer Internetseite. Was auf den ersten Blick wie ein Zeichen für die Stärke der lokalen Szene – gleich drei Demos in einem knappen halben Jahr – erscheinen mag, ist alles andere als das. Dortmunds Neonazis haben offenbar realisiert, dass sie früher oder später wieder dank des Gegenwinds, den sie aus der Bevölkerung und seitens der Behörden verspüren, empfindlich in die Defensive geraten könnten.

„Nationale Volksgenossen“ in der Defensive

In ihrem Aufruf zur Demonstration klagen sie vor allem über die in den letzten Monaten deutlich gewordenen Versuche von Stadt und Polizei, Spielräume der Szene in der Stadt ernsthaft einzuengen: sei es durch die Kündigung der Mietverträge in dem von ihnen genutzten Gebäude an der Rheinischen Straße, das als „Nationales Zentrum“ dient, sei es durch die in diesem Jahr intensivierten Anstrengungen der Polizei, etwa durch eine verstärkte Präsenz in ihrem „Heimatstadtteil“ Dorstfeld. Mit „härtesten Mitteln“ gehe der Staat gegen „nationale Volksgenossen“ vor, heißt es im NS-Jargon in einem Text, der am Freitag auf der Homepage der Dortmunder Neonazis veröffentlicht wurde.

Zwei Rechtsrock-Bands angekündigt

Beginnen soll ihre Demonstration am 31. März um 16 Uhr am Hauptbahnhof. Bei der Veranstaltung sollen auch die Neonazi-Bands „Oidoxie“ aus Dortmund und „Preußenstolz“ aus Potsdam auftreten. Das Motto der Veranstaltung: „R135 bleibt“. Auch das deutet darauf hin, wie empfindlich die Szene der Verlust dieser Immobilie an der Rheinischen Straße 135 treffen würde, die ihr bislang als logistisches Zentrum, als Rückzugsort und als Veranstaltungsort für Treffen aller Art dient. (ts)

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