OB: Noch eine Holocaustleugnerin bei der NPD zu Gast

Posted on 13. Februar 2012 von


OBERHAUSEN – Die Oberhausener NPD mag von ihrer Tradition, Holocaustleugnern und Geschichtsrevisionisten bei Veranstaltungen des Kreisverbandes zu einem Auftritt zu verhelfen, nicht ablassen.

Nach der notorischen Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck* und dem Neonazi-Barden Frank Rennicke** war am vorigen Freitag Sylvia Stolz, vorgestellt als „Frau Assessor Sylvia Stolz“, bei der NPD der Ruhrgebietsstadt zu Gast. Die 48-jährige Juristin hat sich einen zweifelhaften Namen als Verteidigerin der Holocaustleugner Horst Mahler (ihrem Lebengefährten), Rigolf Hennig***, Germar Rudolf und Ermst Zündel gemacht.

Aus dem Gerichtssaal getragen

Ihre Art der juristischen Vertretung ging wiederholt zu weit. Sie machte sich die Argumentation von Mandanten zu eigen. So stellte sie beispielsweise zwei Schöffen in einem Prozess gegen Zündel im Falle einer Verurteilung des Angeklagten die Todesstrafe wegen „Volksverleumdung und Feindbegünstigung“ in Aussicht****. Nachdem sie daraufhin von dem Verfahren ausgeschlossen wurde, habe sie eine Beschwerde gegen diese Entscheidung mit „Heil Hitler“ unterzeichnet, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Als sie in jenem Verfahren schließlich zwangsweise aus dem Saal getragen werden musste, habe sie zum Abschied „Das Deutsche Reich erhebt sich, das Deutsche Reich erhebt sich!“ gerufen. Das Landgericht Mannheim verurteilte Stolz 2009 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten wegen Volksverhetzung. Außerdem wurde ein fünfjähriges Berufsverbot gegen die Anwältin verhängt.

„Offene Aussprache“

Folgt man einem Veranstaltungsbericht der Oberhausener NPD, dann musste Stolz wohl nicht in den Saal getragen werden, bevor sie am Freitagabend ihren Vortrag hielt. Der NPD-Kreisverband vermied es im Übrigen, sich öffentlich inhaltlich mit der Referentin zu solidarisieren. NPD-Kreischef Wolfgang Duda habe einleitend betont, bei den „Forumsgesprächen“ seiner Partei sei das „freie Wort“ zu Hause, so die NPD. Es gelte das verfassungsmäßige Recht auf freie Meinungsäußerung und das im Grundgesetz verankerte Prinzip, nach dem eine Zensur nicht ausgeübt werde. „Bei aller Unterschiedlichkeit der Auffassungen in Einzelfragen – ein Abend, an dem die offene Aussprache gepflegt wurde“, hieß es abschließend.

Ehrung für Geschichtsrevisionist Walendy

Als Distanzierung von Stolz und anderen Holocaustleugnern darf man diese vorsichtigen Hinweise freilich nicht (miss)verstehen. Zum einen behauptet die Oberhausener NPD verfälschend, Stolz sei seinerzeit lediglich „wegen der konsequenten Verteidigung von Mandanten“ verurteilt worden. Zum anderen wurde bei just jenem „Forumsgespräch“ der Partei ein anderer Holocaustleugner ausdrücklich geehrt: der Ex-NPD-Landesvorsitzende und Autor revisionistischer Schriften Udo Walendy. Er sei „ein Vorkämpfer deutscher Freiheit“, lobte ihn die Oberhausener NPD. (ts)

* https://nrwrex.wordpress.com/2011/07/17/ob-braune-umweltfreundin-referierte-bei-der-npd/

** https://nrwrex.wordpress.com/2012/01/28/ob-neonazi-barde-gab-konzert/

*** https://nrwrex.wordpress.com/2012/01/22/doun-%e2%80%9edeutsches-reich-wieder-handlungsfahig-machen/

**** http://www.sueddeutsche.de/muenchen/proteste-gegen-anwaeltin-fraeulein-stolz-unterzeichnet-mit-heil-hitler-1.870807-2

Advertisements
Posted in: Allgemeines