NRW: Neonazi-Laudatio auf Andreas Molau

Posted on 7. Februar 2012 von


LEVERKUSEN – Wundern konnte man sich schon darüber, warum der bundesweit bekannte Neonazi Christian Worch zum Stammkommentator bei jenem Internetblog werden konnte – und wollte –, den vermutlich der Ex-NPDler und jetzige „pro NRW“ler Andreas Molau zur Förderung seiner neuen Partei aufgebaut hat. Ein aktueller Kommentar von Worch bei jenem sehr „pro“-nahen Blog liefert Hinweise darauf, was ihm insbesondere an Molau gefällt.

Und das ist mehr als nur die Ablehnung der NPD, wie sie sich aktuell darstellt. Worch argumentiert seit Jahren gegen die real existierende NPD. Molau suchte dort das Weite, als Anfang 2009 seine Ambitionen, Parteichef zu werden, am neonationalsozialistischen Flügel gescheitert waren und selbst angeblich wohlmeinende „Parteifreunde“ ihn hatten fallen lassen. Folgt man Worch, verbindet ihn mit Molau auch so etwas wie eine persönliche Hochschätzung.

„Echter Sympathieträger“

Er kenne „diesen Mann“ persönlich, schreibt Worch in jenem aktuellen Kommentar, ohne Molau beim Namen zu nennen. „Dieser Mann war einer der Gründe, warum ich ab Sommer 2007 bis zum Wahltermin im Januar 2008 den Landtagswahlkampf der NPD in Niedersachsen intensiv unterstützt habe.“ Molau kandidierte bei jener Wahl als Spitzenkandidat der NPD.

Er sei, verrät Worch, „ein menschlich sehr angenehmer und sympathisch rüberkommender Typus; ein echter Sympathieträger“. Dabei räumt der Neonazi mit Wohnsitz im mecklenburgischen Parchim ein, dass Molau „für echte Radikale wie mich ein wenig weich erscheinen mag“. Aber Molau habe Qualitäten: „Ein Projekt, an dem er beteiligt ist, erzeugt bei mir eine mindestens unterschwellige Sympathie allein dadurch, daß er daran beteiligt ist.“

Neonazi Worch jedenfalls glaubt, dass einer wie Molau politisch dort wirken und ankommen kann, wo er selbst allein schon wegen seiner eigenen Biographie scheitern müsste: „Ich bin mir sicher, daß er eine vergleichbare Wirkung auch auf andere ausüben kann, die mir ansonsten um Lichtjahre fern erscheinen mögen oder die vorsichtshalber drei Schritte rückwärts gehen, wenn sie mir jemals persönlich begegnen sollten.“

Psychologische Kriegsführung

Warum Molau in der Außenwirkung so viel erfolgreicher als er selbst oder viele andere aus der Szene auftreten kann, versucht Worch einem anderen Kommentator in Frageform zu erklären: „Du weißt vielleicht, daß dieser Mann in seiner Wehrdienstzeit in einer Kompanie für psychologische Kriegsführung war? Ich sage dir, er hat Qualitäten.“

Worch schrieb seine Replik nach einem Kommentar eines Users, der notiert hatte, dass Ex-NPD-Funktionär Molau nach seinen Informationen beim „pro NRW“-Parteitag im vorigen März „weder nach seiner politischen Herkunft gefragt wurde noch diese von sich aus bekannt gemacht hatte“, als er für den Vorstand kandidierte. Jener Kommentator zweifelte an der Weisheit der „pro NRW“-Oberen: „Worin bestand für den Vorstand die politische Notwendigkeit, ihn und einige andere in die Leitungsebene mit Repräsentationsfunktion zu hieven und sich damit Angriffsflächen auszusetzen? Sollte es sich um ABM-Maßnahmen gehandelt haben, hätte es da nicht andere – unpolitischere – Lösungen geben können?“, hatte er gefragt.

Darauf will Worch – ganz rücksichtsvoll – lieber nicht antworten: „Ich habe in der Hinsicht ein paar Vermutungen. Aber sieh mir bitte nach, daß ich nicht jede Vermutung, die ich habe, öffentlich mache. Das könnte zu Mißverständnissen führen.“ Vielleicht aber auch zu einem besseren Verständnis. (ts)

* https://nrwrex.wordpress.com/2011/01/09/lev-christian-worch-ubt-sich-als-%e2%80%9epro-nrw%e2%80%9c-berater/

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