DO/UN: „Deutsches Reich wieder handlungsfähig machen“

Posted on 22. Januar 2012 von


DORTMUND – Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten war ein überregional bekannter Antisemit und Holocaustleugner in Dortmund als Referent zu Gast. Eingeladen von der NPD Unna/Hamm und von Neonazis ohne Parteibuch aus der Ruhrgebietsstadt.

Zum Jahrestag der Gründung des Deutschen Reichs am 18. Januar 1871 sprach in Dortmund Rigolf Hennig (76) aus Niedersachsen. Niemals zuvor sei das deutsche Volk einer akuteren Bedrohung ausgesetzt gewesen als heute, ließ er seine Zuhörer wissen, wie aus einem Veranstaltungsbericht der Dortmunder Neonazis hervorgeht. Ursachen dieser Bedrohung aus Hennigs Sicht: eine „gezielte Masseneinwanderung und eine fremdgesteuerte Politik“.

Antisemiten in Aktion

Werbung machte Hennig bei seinem Dortmunder Auftritt für die Organisation „Europäische Aktion“ (EA), in der sich Antisemiten aus mehreren europäischen Ländern zusammengeschlossen haben. Als deutscher EA-„Landesleiter“ fungiert er. Gründer und eigentlicher Kopf der EA ist der Schweizer Holocaustleugner Bernhard Schaub, der bereits im November in Dortmund referierte.* Schaub war Vorsitzender des 2008 vom Bundesinnenminister verbotenen „Vereins zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten“ (VRBHV). Nach seinem Dortmunder Vortrag im vorigen Jahr hatte die NPD Unna/Hamm offenbar Gefallen am Konzept von Schaubs EA gefunden und Parallelen zur SS angedeutet. In ihrem Veranstaltungsbericht hieß es: „So wie unsere Väter vor Jahrzehnten Seit an Seit in den Schützengräben des zweiten Weltkrieges kämpften mit den Freiwilligen aus den anderen Ländern und so wie die letzten Verteidiger Berlins Franzosen und Skandinavier waren, stehen wir als ihre Söhne und Töchter heute im geistigen Kampf gegen die Überflutung unseres Erdteils.“

„Abgrund der Fremdbestimmung“

Die „Europäische Aktion“ beklagt unter anderem, dass eine „Israel-Lobby“ angeblich die USA „kontrolliert“. Sie fordert die „staatliche Selbstbestimmung für die Deutschen der BRD und der BRÖ“ (Österreich) und eine „Repatriierung außereuropäischer Einwanderer“.

Hennig, der für die NPD dem Kreistag und dem Stadtrat von Verden angehört, war auch einer der Redner bei einer EA-Versammlung im vorigen September in der Schweiz. Dort wusste er zu berichten, dass der Zweite Weltkrieg im Ergebnis „die europäischen Völker insgesamt“ in den „Abgrund der Fremdbestimmung und der Ausbeutung gestürzt“ habe. Völkerrechtswidrig sei die Verhaftung der deutschen Reichsregierung am 23. Mai 1945 gewesen, klagte Hennig. Und er forderte, „zum wechselseitigen Nutzen“ müsse das „Deutsche Reich“ als „Gewährleister Europas“ wieder handlungsfähig gemacht werden. (ts)

* http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/die-ss-als-vorbild

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