UN/DO: Voß neuer Chef der „Christen in der NPD“ (ergänzt)

Posted on 8. Januar 2012 von


UNNA/DORTMUND – Hans-Jochen Voß, Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Unna/Hamm, hat eine weitere Funktion in seiner Partei übernommen. Einfluss ist damit freilich nicht verbunden: Der „Arbeitskreis Christen in der NPD“, den Voß künftig leitet, spielt parteiintern kaum eine Rolle.

Wenn überhaupt, macht der Arbeitskreis mit seinen Tagungen auf sich aufmerksam. Bei einem dieser Treffen wurde der 63-jährige Voß* bereits am letzten November-Wochenende in sein neues Amt gewählt, wie die NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ (DS) jetzt in ihrer Januar-Ausgabe berichtet.

Tagung in Dortmunder Neonazi-Räumen

Veranstaltungsort war demnach am 26. und 27. November das „Nationale Zentrum“ der Dortmunder Neonazis an der Rheinischen Straße.** Bewegende Fragen hatten die NPD-Christen dort zu diskutieren, folgt man dem DS-Bericht. Zum Beispiel die, ob Papst Benedikt XVI. in seinem Amt „deutsche Interessen“ vertreten könne – was verneint wird: Der Papst sei wohl „zu stark in gegebene Seilschaften eingebunden, um hier klare Positionen beziehen zu können. Dem Einfluß maßgeblicher Kreise habe sich offenbar jeder Papst zu beugen. Zudem sei die katholische Kirche globalistisch verfaßt, was der deutschen Seinserkenntnis widerspreche“.

Das germanische Volkstum als Kraftspender

Zu den Referenten der Dortmunder Tagung zählte auch der frühere Neusser NPD-Kreisvorsitzende und Bundestagskandidat Manfred Müller. Der Oberstudienrat im Ruhestand beschäftigte sich mit dem Thema „Der heldische Christus – ein Angebot an die Nationalisten“. Sein Fazit: Das Christentum müsse wieder „zur alten heldischen Stärke zurückfinden, um den Daseinskampf des Abendlandes zu gewinnen“. Die folgende Diskussion, so beschreibt es der DS-Berichterstatter, habe sich auf die Frage konzentriert, „ob das germanische Volkstum dem Christentum als Kraftspender diente oder ob es umgekehrt sei“.

„Verfolgt wie die frühen Christen“

Wenig anfangen kann man beim NPD-Christen-Arbeitskreis mit den Kirchen des 21. Jahrhunderts. Die seien gekennzeichnet durch einen „unchristlichen Haß auf jedes Nationalbewußtsein“, heißt es in dem Bericht der Parteizeitung, der unter der Überschrift „Jesus wäre heute ein ,Nazi’“ erschien. Der Ex-NPD-Vorsitzende Udo Voigt, der ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm, meinte, „nationale Kreise“ sähen sich „einer Verfolgung ausgesetzt wie die frühen Christen“.

„Auserwählte Völker – Deutschlands Sendung“

Das Dortmunder Treffen war nicht die erste Veranstaltung des Arbeitskreises in der Region. Schon 2010 hatte Voß’ Kreisverband die Tagung der NPD-Christen ausgerichtet.*** Die Themen damals: „Volk und Vaterland – verpflichtende Haltung für Christen“, „Deutsche Jugend und der Glaube der Vorväter“, „Luther und die deutsche Nation“ sowie „Auserwählte Völker – Deutschlands Sendung“. (ts)

* https://nrwrex.wordpress.com/2011/11/05/unham-ein-npd-funktionar-sein-parteichef-und-die-offentlichen-klos/

** https://nrwrex.wordpress.com/2012/01/04/do-stadt-kundigt-neonazi-mietern/

*** https://nrwrex.wordpress.com/2010/10/18/un-%e2%80%9eauserwahlte-volker-%e2%80%93-deutschlands-sendung%e2%80%9c/

  • Auch ein aktueller Beitrag beim „blick nach rechts“ beschäftigt sich mit dem Dortmunder Treffen:

http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/antikirchliche-positionen

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